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Pauline-Jaricot-Ehrenpreis an Dr. Bärbel Kofler verliehen

20. Oktober 2026
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Bärbel Kofler, ist am Dienstag (20. Oktober) in München mit dem Pauline-Jaricot-Ehrenpreis 2026 geehrt worden. Die Auszeichnung für besonderes weltkirchliches Engagement wurde ihr missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber, dem Münchner Weihbischof und stellvertretendem missio-Zentralratsvorsitzenden Rupert Graf zu Stolberg und Kardinal Désiré Tsarahazana aus Madagaskar im Haus der Weltkirche überreicht.
Gruppenfoto mit der SPD-Politikerin Dr. Bärbel Kofler (3. von links), missio-Präsident Monsignore Huber (rechts), Kardinal Tsarahazana aus Madagarsker (zweiter von links) und Weihbischof Graf zu Stolberg (links) bei der Überreichung des Pauline-Jaricot-Ehrenpreis 2026.
© missio München

Ihr tägliches Handeln bildet das Fundament für das, was wir eine gerechte Welt nennen, würdigte Monsignore Huber die SPD-Politikerin in seiner Laudatio. Sie verkörpern das Durchhaltevermögen, den Mut und die tiefe Überzeugung von der unantastbaren Würde des Menschen, die es in der Politik heute mehr denn je braucht. Sie setzen sich ein für diejenigen, die keine laute Stimme im globalen Machtgefüge haben. Ob als langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete, als Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik oder heute in Ihrer Rolle als Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium – Sie haben Ihre Ämter nie als bloße Verwaltung verstanden. Für Sie war und ist Politik immer ein Werkzeug der weltweiten Gerechtigkeit. Ihr Engagement zeigt, wie wichtig es ist, dass Menschen sich auf allen Ebenen für eine gerechtere Welt einsetzen – von den Initiativen vor Ort wie den Eine-Welt-Gruppen bis hinein in die hohe Politik.

Große Zukunftsaufgaben nur gemeinsam lösen

Weiter betonte der missio-Präsident: Sie erhalten den Pauline-Jaricot-Ehrenpreis als Anerkennung für Ihren Mut, als Würdigung Ihrer unerschütterlichen Haltung und als Ansporn für alles, was noch vor Ihnen liegt. Sie zeigen uns, dass reale Veränderung möglich ist, wenn man mit Herz, Verstand und Ausdauer für Ideale kämpft. Für Sie ist klar: Die großen Zukunftsaufgaben in unserem ‘einen, gemeinsamen Haus‘, wie Papst Franziskus unsere Erde nannte, können wir nur gemeinsam lösen.“

Dr. Bärbel Kofler dankte missio München für die Auszeichnung. Sie betonte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und die Rolle der Kirchen in der Entwicklungszusammenarbeit: „Pauline Jaricot hat sich über Grenzen hinweg für andere eingesetzt und Menschen miteinander verbunden. Gerade in Zeiten vieler Krisen, in denen der Ruf nach Abschottung immer wieder lauter wird, brauchen wir internationale Zusammenarbeit. Kriege und Konflikte, Hunger und Armut, die Folgen des Klimawandels oder globale Gesundheitskrisen machen nicht an unseren Staatsgrenzen halt.

Entwicklungszusammenarbeit heiße für sie, Verantwortung über Grenzen hinweg zu übernehmen, sagte Kofler weiter. Es geht darum, Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern, eigene Perspektiven zu ermöglichen und tragfähige Strukturen zu stärken. Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nicht national lösen. Eine besondere Rolle spielen dabei die Kirchen und ihre Organisationen. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Ländern präsent und eng mit lokalen Strukturen verbunden. Sie erreichen auch abgelegene Regionen und können dort tätig sein, wo staatliche Angebote oft nur eingeschränkt vorhanden sind. Diese Erfahrung macht sie zu wertvollen Partnern der Entwicklungszusammenarbeit. Uns verbindet damit auch eine gemeinsame Grundlage die Würde jedes Menschen, die Verantwortung füreinander und der Einsatz für mehr Gerechtigkeit.

Preisträgerinnen sind Hoffnungsträgerinnen

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Monats der Weltmission 2026 statt. In diesem Jahr jährt sich der Sonntag der Weltmission – die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit – zum 100. Mal. Mit dem von der international renommierten Künstlerin Mahbuba Maqsoodi gestalteten Pauline-Jaricot-Preis ehrt missio München seit 2022 Frauen, die durch ihren herausragenden Einsatz Hoffnungsträgerinnen für andere sind – visionär und innovativ wie Pauline Jaricot (1799-1862). Sie war Ideengeberin der Päpstlichen Missionswerke, Vordenkerin von missio München und wurde im Mai 2022 in Lyon seliggesprochen.

Bisherige Preisträgerinnen des Pauline-Jaricot-Preises sind die Menschenrechtlerin Winnie Mutevu aus Kenia, die Filmemacherin Juliana Sfeir aus Syrien, die Umweltaktivistin Rosa Koian aus Papua-Neuguinea und die Friedensaktivistin Carol Daria aus den Philippinen. In diesem Jahr wird außerdem die Bildungsexpertin und Ordensschwester Rolandine Razafiarisoa aus Madagaskar ausgezeichnet.