Natürlich gibt es auch in dieser digitalen Ausgabe vor Ort recherchierte Reportagen – diesmal aus Burkina Faso und Madagaskar. Für „Fihavanana muss leben!“ hat missio-Redakteurin Kristina Balbach mit Aktivisten und Augenzeugen vor Ort in Madagaskar gesprochen. Ihre Reportage verdeutlicht die Beweggründe der GenZ, ihre Träume und Hoffnungen, zugleich jedoch auch die Ernüchterung nach dem politischen Umbruch: Madagaskars junge Generation ist wenige Monate nach den Protesten tief gespalten. Viele fühlen sich als Steigbügelhalter eines Militärputsches missbraucht. Zudem wurden Aktivisten wegen angeblicher Anschlagspläne gegen den Militär-Oberst und Übergangspräsidenten Michael Randrianirina verhaftet.
Eine weitere Reportage begleitet Frauen in Westafrika, die der Hexerei bezichtigt werden. In seiner Reportage „Ausgegrenzt und unsichtbar“ aus Burkina Faso hinterfragt Christian Selbherr die gängige Vorstellung, dass sich in Afrika die Großfamilie um die Menschen kümmert und auch im Alter niemand alleine bleibt. Tatsächlich droht in manchen Regionen gerade Frauen große Gefahr, wenn sie älter werden und wenn es in der Familie zu Krankheit oder Tod kommt. Die Folgen des Vorwurfs "Du bist eine Hexe!" sind dramatisch.
Steffi Seyferth hat ein großes Interview mit Atsu André Agbogan vom JRS über die wachsenden Herausforderungen in Ostafrika, speziell im Südsudan, geführt: Konflikte, Klimawandel und fehlende Perspektiven treiben immer mehr Menschen zur Flucht. Gleichzeitig weigert sich die junge Generation die Hoffnung aufzugeben: Viele junge Menschen sind bereit, große Risiken einzugehen.
Der Blickwechsel führt uns diesmal ins Nachbarland des Südsudan. Bettine Linde porträtiert in „Stimmen des Sudan“ zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die sich – jede auf ihre Weise – mit dem Sudan verbunden fühlen. In Bildern und Worten nähern sich Suzannah Mirghani, sudanesisch-russische Filmemacherin, und die promovierte Sprachwissenschaftlerin Angelika Jakobi einem Land, das unter Krieg, Migration und politischen Umbrüchen leidet.
Übrigens: Auch das Gewinnspiel gibt es diesmal online – sogar mit kleinen Hilfestellungen. Die kommenden Ausgaben 5 und 6/2026 erscheinen wie gewohnt als Printmagazin, und werden zusätzlich durch die neue Online-Version ergänzt.