Dabei war er stets getragen von seinem katholischen Glauben
, sagt der missio-Präsident weiter. Papst Franziskus sah er als großen Hoffnungsträger, und das Leid in der Welt war für ihn kein unabänderliches Schicksal. Er glaubte an die Stärke der Demokratie und an die Kraft der Zivilgesellschaft, um die Dinge zum Positiven zu verändern. Als Gesprächspartner hat er unsere Zeitschrift missio magazin mit zahlreichen Interviews bereichert und damit den Anliegen der Projektpartner von missio in Afrika, Asien und Ozeanien Gehör verschafft. Er gab denen eine Stimme, die sonst keine hatten.
Jean Ziegler, ehemaliger UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung (bis 2008) äußerte sich regelmäßig in Interviews für das missio magazin zu weltpolitischen Krisen, sozialer Ungerechtigkeit und Neokolonialismus. So forderte er frühzeitig ein Ende der Hungerblockade im Gaza-Krieg (2024). Er analysierte die Hintergründe für die Beliebtheit der neuen Militärregierungen in Westafrika (2023), und er bezog Stellung zum russischen Krieg gegen die Ukraine und dessen Auswirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelversorgung (2022). Nach einem Besuch der Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos (2019) prangerte er die dortigen Zustände an und warb für eine humanere Flüchtlingspolitik der Europäischen Union.