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Bildung ermöglichen

Förderung und Aufklärung gefährdeter Mädchen

In einem dreimonatigen Förderkurs werden von Beschneidung gefährdete Mädchen in Tansania auf den Besuch einer Sekundarschule vorbereitet. Sie erhalten nicht nur Bildung, sondern werden auch zu Genitalverstümmelung aufgeklärt.
Fotos: Jörg Böthling/missio München
Ein Mädchen hält in einem Klassenraum in Tansania stolz ein Ausbildungszertifikat in die Kamera.

Die Situation vor Ort

Die grausame Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) junger Mädchen ist in der ländlichen Mara-Region im Norden Tansanias immer noch weit verbreitet. Vor allem die traditionsbewusste ethnische Gruppe der Kuria praktiziert FGM nach wie vor. Sie gilt unter anderem als Initiationsritus für Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren, durch den sie Mitglieder der Gemeinschaft werden.

Nach der Beschneidung gelten die Mädchen als heiratsfähig und werden häufig an deutlich ältere Männer verheiratet. Damit endet für viele von ihnen der Schulbesuch bereits nach der Grundschule. Schon bald werden sie schwanger – oft, bevor ihr Körper dafür bereit ist. Die Geburten bringen häufig lebensbedrohliche Komplikationen für Mutter und Kind mit sich. Für die Mädchen gibt es kaum einen Ausweg aus diesem Kreislauf. Mädchen, die nicht beschnitten sind, werden von ihrer Gemeinschaft ausgegrenzt.

Projekt-Überblick

Landkarte von Tansania. Rot hervorgehoben ist der Ort Musoma im Norden des Landes.

Land:
Tansania / Diözese Musoma

Begünstigte:
50 Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren aus abgelegenen Dörfern der Diözese

Ziele:

  • Schutz vor geschlechtspezifischer Gewalt wie weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) und Frühverheiratung
  • Schließen von Bildungslücken

Maßnahmen:

  • dreimonatiger Förderkurs an der St.-Alberto-Sekundarschule während der Beschneidungszeit zur Vorbereitung auf den Besuch einer weiterführenden Schule (ab Klasse 8)
  • Sensibilisierungseinheiten zum Thema FGM, zu Frauenrechten und Geschlechtergerechtigkeit
  • Unterbringung und Verpflegung im Internat

Was unsere Projektpartner tun

Der Bischof der zuständigen Diözese Musoma, Michael George Mabuga Msonganzila , ist ein Vorreiter im Kampf gegen FGM. Als erster Bischof weltweit hat er sich im Rahmen der Zweiten Afrikanischen Synode bereits 2009 offen gegen die Beschneidung von Mädchen ausgesprochen. Seitdem werden in Musoma zahlreiche Programme zur Sensibilisierung und Prävention gegen diese Form von Gewalt mit viel Engagement und dem nötigen Feingefühl organisiert.

Auch missio München unterstützt die Maßnahmen seit 2012. So konnte auf dem Gelände der diözesanen St.-Alberto-Sekundarschule eine Internatsschule mit jeweils zwei Klassen- und Schlafräumen für FGM-gefährdete Mädchen aus abgelegenen Dörfern errichtet werden. Die Räumlichkeiten der Internatsschule werden gegen Gebühr auch von der St.- Alberto-Sekundarschule genutzt.

An der Internatsschule werden jährlich 50 gefährdete Mädchen in einem dreimonatigen Förderkurs während der Beschneidungszeit auf den Übergang von der Grundzur Sekundarschule vorbereitet. Bildungslücken, die aufgrund des allgemein schlechten Unterrichtsniveaus in den ländlichen Gegenden entstanden sind, werden geschlossen. Zugleich lernen die Mädchen, welche Gefahren mit einer Beschneidung verbunden sind, und erfahren, welche Rechte sie haben. Denn laut Gesetz ist jegliche Form von geschlechtspezifischer Gewalt, wie auch FGM verboten.

Porträt von missio-Projektpartner Robert Luvakubandi aus Tansania

Wir hoffen, dass das Wissen, das die Mädchen im Rahmen des Programms erworben haben, in ihrer Gemeinde zu positiven Veränderungen führen wird.

Priester Robert Luvakubandi, missio-Projektpartner und Direktor des Planning and Development Departments in der Diözese Musoma.

Wie Sie helfen können

Um FGM-gefährdeten Mädchen auch in den kommenden drei Jahren einen sicheren Zufluchtsort bieten und sie schulisch fördern zu können, werden 65.782 Euro benötigt. Darin enthalten sind Kosten für:

  • Gehälter der Oberin, Lehrkräfte und des Wachpersonals
  • Unterbringung und Verpflegung der Mädchen
  • Schulkleidung und -material
  • Gesundheitsversorgung
  • Instandhaltung des Gebäudes
  • Strom und Wasser

Durch den Schulbesuch entkommen die Mädchen der Tortur der Genitalverstümmelung. Intellektuell gestärkt und aufgeklärt können sie in ihren Gemeinden ein Umdenken herbeiführen, damit Frauen künftig unversehrt leben können. Im Namen aller betroffenen Mädchen danken wir Ihnen von Herzen für Ihre Hilfe!

Mehrere Mädchen, teilweise in Schuluniform, stehen in Tansania rund um einen Topf, in dem Seife hergestellt wird.

Neben Schulbildung lernen die Mädchen auch praktische Fähigkeiten, die ihnen im alltäglichen Leben später nützen. Im Bild sind Schülerinnen des letzten Kurses bei der Herstellung von Seife zu sehen.

UNSERE BANKVERBINDUNG:

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Stichwort: Bildung ermöglichen
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