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Porträt der Caritas-Direktorin Schwester Cecilia Shrestha.
Titelbild missio magazin 5/2026 – Eine Frau aus Madagaskar steht in traditioneller Kleidung vor dem dicken Stamm eines Baobab-Baumes.
Diese Reportage ist im missio magazin erschienen.
Titelbild: Projektpartner missio München
03. September 2026
Interview:   missio München   Fotos: Projektpartner missio München
Interview mit Schwester Cecilia Shrestha

Zwischen Angst und Hoffnung

03. September 2026
Text: missio München   Fotos: Projektpartner missio München

Liebe Schwester Cecilia, wenn Sie kurz Zeit haben, geben Sie uns doch bitte einen Eindruck: Was können Sie angesichts der Flut in Nepal jetzt tun?
Da viele Familien ihre Lebensmittelvorräte und auch Utensilien wie Töpfe und Pfannen verloren haben, haben wir eine Gemeinschaftsküche eingerichtet. Wir konnten Lebensmittel liefern, um 300 betroffene Familien mindestens 15 Tage lang mit Essen zu versorgen. Viele Familien müssen im Freien campieren und es wird weiterer Regen erwartet. Deshalb werden wir schnellstmöglich auch Zeltplanen, Schlafmatten und Decken liefern müssen.

Wie geht es den Überlebenden derzeit?
Die Menschen sind nach wie vor zutiefst verunsichert und hoffen weiterhin, dass die Rettungskräfte ihnen gute Nachrichten von ihren Angehörigen überbringen, die noch immer vermisst werden. Viele ziehen nach und nach in andere Bezirke oder wohnen bei Verwandten. Andere leben in Schulen und anderen Notunterkünften.

Wo sehen Sie aktuell die größten Risiken?
Beschädigte Straßen, Brücken, Kommunikationswege und Stromnetze erschweren den Zugang zu den betroffenen Gemeinden. Am Gletscher hängen noch große Massen an Wasser und Geröll fest, darum besteht weiterhin eine große Hochwassergefahr flussabwärts. Viele Familien haben alles verloren, was sie über Generationen hinweg aufgebaut hatten. Kinder haben ihre Eltern verloren, und ältere Geschwister müssen sich nun um ihre jüngeren Brüder und Schwestern kümmern. Oft wird der Hauptverdiener in der Familie vermisst oder ist ums Leben gekommen. Es sind Leichen geborgen worden, die noch nicht identifiziert werden konnten, sodass ihre Familien sie nicht in Empfang nehmen und gemäß ihren Traditionen bestatten können.

Nepal ist auch früher schon von Naturkatastrophen getroffen worden, wie dem Erdbeben von 2015. Sind diese Ereignisse vergleichbar?
Ausmaß und Art dieser Katastrophe unterscheiden sich erheblich von dem, was wir in der Vergangenheit erlebt haben. Es handelt sich um eine der verheerendsten Überschwemmungen in der Geschichte Nepals, bei der ganze Dörfer weggerissen und viele Straßen und Brücken entweder vollständig weggespült oder schwer beschädigt wurden. Viele Menschen sind obdachlos und ohne Lebensgrundlage zurückblieben. Im Moment können wir noch überhaupt nicht abschätzen, wann wir von der dringenden Nothilfe übergehen können zu einem langfristigen Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Dörfer.

Wie wichtig ist die Hilfe aus Deutschland?
Zunächst einmal möchten wir missio München unseren aufrichtigen Dank für die schnelle und großzügige Unterstützung aussprechen. Tatsächlich war dies die erste Zusage, die wir für unsere Hilfsmaßnahmen erhalten haben, und wir sind zutiefst dankbar für Ihre Solidarität und Unterstützung in dieser kritischen Zeit. Unsere neue Regierung, die seit März 2026 im Amt ist, erhält viele Hilfsgelder direkt und möchte die Hilfe möglichst zentral koordinieren. Wir müssen uns deshalb eng mit den Behörden abstimmen.

Schwester Cecilia, alles Gute für Sie und Ihr Team.
Danke noch einmal, dass Sie an der Seite der Menschen in Nepal stehen und uns nicht alleine lassen!

Wenn Sie den Menschen in Nepal in ihrer Not beistehen möchten, spenden Sie hier: