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Große Sorge um Menschen in Tigray

30. September 2026
Angesichts der neu aufgeflammten Kämpfe in Äthiopien wächst die Sorge um die Menschen in der Krisenregion Tigray. Das Internationale Katholische Missionswerk missio München unterhält enge Kontakte in das Gebiet im Norden des Landes. Doch zur Zeit gibt es kaum verlässliche Informationen.
Im Vordergrund links im Bild sind die Hände eines Soldaten zu sehen, der ein Maschinengewehr hält. Im Hintergrund das Wahrzeichen der Stadt Mekele in Tigray/Äthiopien: Das Denkmal der Märtyrer.
© Jörg Böthling/missio München

missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber sagt: Wir können unsere Projektpartnerinnen und Projektpartner in Tigray momentan weder per E-Mail noch telefonisch erreichen. Aber die wenigen Informationen, die wir erhalten, sind äußerst besorgniserregend. Was wir so gut wie sicher sagen können: Es herrscht großes Leid und wir müssen befürchten, dass es bereits viele Todesopfer gegeben hat.

Es ist eine Tragödie

Die Hauptstadt Addis Abeba ist bisher von den Kämpfen weitgehend verschont geblieben. missio-Präsident Monsignore Huber sagt jedoch: In der Hauptstadt Addis Abeba sind in den vergangenen Wochen verstärkt Menschen eingetroffen, die vor den Kämpfen aus den Krisengebieten fliehen mussten. Sie leben jetzt oft völlig mittellos auf der Straße und brauchen dringend Hilfe.  Die Informationen stammen von katholischen Ordensschwestern, mit denen missio vor Ort zusammenarbeitet. Aus Sicherheitsgründen möchten sie nicht namentlich genannt werden.

Der missio-Präsident erklärt: Es ist eine Tragödie, dass Äthiopien wieder auf einen Krieg zusteuert, nachdem die Menschen sich noch nicht annähernd von den früheren Auseinandersetzungen erholen konnten und die schweren Zerstörungen des vorigen Krieges noch nicht beseitigt worden sind. Wir werden alles tun, um unseren Partnern vor Ort beizustehen. Für den Moment bitten wir um das Gebet und appellieren an alle Entscheidungsträger, zum Frieden zurückzukehren.

Bündnis gegen Präsident Abiy Ahmed

Ende September hatten sich die TPLF (Tigray People's Liberation Front), die Fano-Milizen aus Amhara und die Oromo Liberation Army (OLA), die früher teilweise gegeneinander kämpften oder unterschiedliche politische Ziele verfolgten, gemeinsam mit weiteren bewaffneten Gruppen zu einem neuen Bündnis zusammengeschlossen. Das Bündnis erklärt, es wolle die Regierung von Abiy Ahmed absetzen und eine Übergangsregierung schaffen.

Die TPLF und die mit ihr verbundenen Gruppen haben die Kontrolle über mehrere Flughäfen in Tigray übernommen und sind auch in Richtung der angrenzenden Regionen Amhara und Afar vorgedrungen. Regierungstruppen und ihre Verbündeten haben mittlerweile Alamata, eine wichtige Stadt im Süden Tigrays, zurückerobert. Der Flughafen von Mekelle (Tigray) ist blockiert.

Äthiopien wird im Jahr 2027 Beispielland von missio im Monat der Weltmission sein.