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Krieg im Libanon: Wir sind zunehmend isoliert

01. April 2026
Angesichts der dramatischen Lage der Menschen im Libanon drei Wochen nach Kriegsbeginn fordert der Präsident des internationalen katholischen Hilfswerks missio München, Monsignore Wolfgang Huber, ein sofortiges Ende der Gewalt und der Vertreibung von hunderttausenden Menschen: Das Leid, von dem uns unsere Partnerinnen und Partner berichten, ist unendlich. Mehr als eine Million Menschen sind im Libanon vertrieben. Krankenhäuser werden bewusst bombardiert, humanitäre Helfer, darunter auch Priester, verlieren ihr Leben.
Bunte Zelte stehen auf einem sandigen, kärglich bewachsenen Platz. Im Hintergrund zahlreiche Ampeln und der strahlend blaue Himmel.
© Riad El Hajj/CNEWA

Besonders besorge ihn die Lage in den Dörfern im Südlibanon, wo auch die letzten christlichen Gemeinden ausharrten, schutzlos den vorrückenden israelischen Bodentruppen ausgeliefert. Die wenigen noch verbliebenen Christen im Süden des Landes sind in großer Gefahr. Es ist unklar, wie lange unsere Partner sie noch über die Struktur der Kirche versorgen können. Es steht zu befürchten, dass die christliche Minderheit dort für immer ausgelöscht werden könnte.

Unterdessen berichtet der maronitische Bischof und langjährige missio-Partner Hanna Rahme von einer höchst angespannten Versorgungslage in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes: Wir leben in ständiger Angst vor Luftangriffen. Gleichzeitig kommen täglich mehr Geflüchtete an, viele nur mit dem, was sie am Leib tragen. Wir versuchen weiterhin, Lebensmittel, Matratzen, Diesel und Medikamente zu beschaffen, aber es wird jeden Tag schwieriger. Wir sind zunehmend isoliert. Die Straße nach Beirut ist nicht sicher und nach Norden hin ist sie wegen Schneefalls gesperrt. Wir versuchen alles, um in diesem Leid unsere Würde zu wahren. Beten Sie für uns!

missio München hatte zuletzt eine kurzfristige Nothilfe von gut 100.000 Euro für die Partner bereitgestellt. Darüber hinaus appelliert missio-Präsident Huber: Dieser Krieg muss endlich aufhören. Mit Bomben und Raketen schafft man weder Frieden noch Freiheit. Die Menschen im Libanon haben genug, sie wollen endlich in Frieden leben. Insbesondere in der Karwoche sind wir in Anbetracht dieses Elends zur Solidarität und zum Gebet für die Menschen im Libanon aufgerufen. Lassen wir sie die Hoffnung nicht verlieren, gerade im Angesicht der Osterbotschaft.