9969a03995fef4f86111e23a31705d34_w1170_h600_cp missio München - Seligsprechung von Pauline Jaricot: Das Feuer brennt weiter

Applaus brandete am Ende des feierlichen Gottesdienstes auf. Applaus von 11 000 Menschen, die an diesem Sonntag (22. Mai) in die große Messehalle der Eurexpo im französischen Lyon gepilgert waren, um an etwas ganz Besonderem teilzuhaben: der Seligsprechung von Pauline Jaricot. Derjenigen Frau, die vor 200 Jahren lebte und aus deren Vision und Tatkraft einmal die päpstlichen Missionswerke weltweit hervorgehen sollten.

Die Nationaldirektoren und Präsidenten der 120 missio-Werke waren schon Tage vorher angereist, unter anderem um gemeinsame Projekte und Ideen zu besprechen. „Da zeigt sich, was Weltkirche bedeutet“, sagte der Präsident von missio München, Monsignore Wolfgang Huber, nach den Tagungen. „Miteinander sind wir verbunden und füreinander stehen wir ein.“

Das zeigte sich auch beim feierlichen geistlichen Höhepunkt der Woche, der Seligsprechung, die Kardinal Luis Tagle von den Philippinen leitete. Als Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker ist er auch für die missio-Werke rund um die Welt zuständig. Daher stand neben der eigentlichen Verkündigung und Zeremonie begleitet vom großen Chor das gemeinsame Lied von Gläubigen aus allen Teilen der Erde im Mittelpunkt – ebenso die 13-Jährige Mayline Tran und deren Familie. Die Heilung des Mädchens auf Fürsprache von Pauline Jaricot wurde als Wunder anerkannt und ebnete den Weg für die Seligsprechung. Mayline begleitete die Herzreliquie und brachte das Kreuz, das Jaricot einst vom Pfarrer von Ars empfangen hatte, zum Altar.

Ein großer Tag auch für die vielen Menschen aus Lyon selbst, die an der Messe teilnahmen. „Ich bin so stolz“, bekräftigte Marie Doneaud (34), die sich extra mit Mann und einjähriger Tochter auf den Weg gemacht hatte. „Diese inspirierende Frau kommt aus unserer Stadt. Sie war so tapfer und hat so vieles bewirkt. Das tut sie heute noch!“ Von der missio-Gründerin Pauline Jaricot selbst ist der bescheidene Satz überliefert: „Ich habe nur das Streichholz entzündet, das das Feuer entfacht hat.“ Die Seligsprechung zeigt: das Feuer wird weitergetragen.

Fotos: Friedrich Stark

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