Delegationsreise nach Madagaskar


Noch bis 25. April besucht die kleine Delegation Projektpartnerinnen und Projektpartner im Inselstaat vor der afrikanischen Ostküste. Zentrale Themen sind die Menschenrechte auf Bildung, auf Schutz und Würde sowie Perspektiven im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. So besucht die Delegation unter anderem eine abgelegene Buschschule im Hochland und bekommt Einblicke in den Einsatz der Kirche in einem der größten Gefängnisse des Landes, wo bereits Kinder inhaftiert sind.
Unverzichtbares Netzwerk der Kirche
missio-Präsident Monsignore Huber betonte die Bedeutung kirchlicher Strukturen an den Rändern: Wir erleben hier, wie unverzichtbar das Netzwerk der Kirche ist – gerade in einem Staat, von dem die Betroffenen keinerlei Hilfe zu erwarten haben. Drei Viertel der Menschen in Madagaskar leben in extremer Armut. Die Folgen des Klimawandels verschärfen die Lage zusätzlich. Nur gemeinsam können wir etwas bewirken. Es ist ein Netzwerk des Glaubens, das trägt und Hoffnung schenkt. Ich freue mich, wenn wir im Oktober unsere Partner aus Madagaskar bei uns in Bayern begrüßen können, um mehr von ihnen zu erfahren und diesen Gedanken weiter mit Leben zu füllen.
Ich freue mich auf die Begegnungen, gerade auch mit den missio-Partnern, die unermüdlich im Einsatz sind für ihre Nächsten
, sagt Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer zum Start der Reise. In einem Land wie Madagaskar zeigt sich, wie zentral das Engagement der katholischen Kirche an den Rändern dieser Welt ist.
missio-Präsident Monsignore Huber: Unsere Partnerinnen und Partner machen unter schwierigsten Umständen eine Zukunft möglich. Sie geben Hoffnung, Halt und Orientierung. Mehr denn je müssen wir diese Arbeit sehen, sie würdigen und auch unterstützen. Gerade in Zeiten der Konflikte und Krisen ist es an vielen Orten die Kirche, die bleibt und den Unterschied macht.
Nach Zyklon: Nothilfe kommt an
Wie schnelle Nothilfe greift, hat die Gruppe bereits in Toamasina erfahren. Erst im Februar hatte ein Zyklon weite Teile der Region zerstört. Das Bistum Regensburg unterstützte die Akuthilfe über missio mit 50 000 Euro. Durch die Gelder von missio München und dem Bistum Regensburg konnte schnelle Hilfe organisiert werden, die bis heute anhält. Bei ihrem Besuch halfen Bischof Voderholzer und Monsignore Huber im Entwicklungszentrum der Erzdiözese Toamasina mit, Nahrungsmittel an die besonders betroffenen Familien auszugeben und Hilfspakete zu packen, die jetzt über die Struktur der Kirche in die schwer zugänglichen Dörfer weiter verteilt werden.
Bischof Rudolf Voderholzer zeigte sich betroffen und beeindruckt zugleich: Was wir gesehen haben und was uns erzählt worden ist, hat uns tief erschüttert. Die Region wird immer wieder von Zyklonen heimgesucht, aber dieser war außergewöhnlich heftig. Weniger stabil gebaute Häuser wurden einfach hinweggefegt. Es gab Tote. Es ist ein fürchterliches Elend. Mit unserer Nothilfe aus Regensburg wollten wir ein Zeichen der Solidarität setzen. In all dem Leid war es heute jedoch eine Freude zu sehen, wie die Menschen sich gegenseitig helfen. Ganze Kolonnen von kleinen Lastwagen waren gekommen, um Öl, Reis und Bohnen in die teilweise noch immer stark verwüsteten Gebiete zu bringen, damit die Menschen wenigstens etwas zu essen und Kraft für den Wiederaufbau haben. Diese Tatkraft, dieser Optimismus und die Glaubensfreude der Menschen haben mich tief beeindruckt. Wir kommen als Beschenkte zurück nach Hause.
Die Delegationsreise bereitet den Monat der Weltmission im Oktober vor, die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. 2026 rückt missio München die Menschen in Madagaskar in den Mittelpunkt. Der Sonntag der Weltmission, der bundesweite Abschluss des Monats der Weltmission, wird in diesem Jahr am 25. Oktober im Bistum Regensburg gefeiert.



