Geflohene Tigriner in einem Flüchtlingslager im Sudan

Zum Weltfriedenstag am 1. Januar appelliert missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber an die internationale Gemeinschaft, sich mit Nachdruck für eine Befriedung des Tigray-Konflikts in Äthiopien einzusetzen. „Die Berichte aus Tigray über Misshandlungen und Tötungen von Zivilisten sind erschreckend. Das Leid der Bevölkerung muss beendet werden“, fordert Monsignore Huber.

„Die internationale Gemeinschaft darf in ihrem Einsatz für Frieden nicht nachlassen. Äthiopien war lange ein Stabilitätsanker am Horn von Afrika. Die kriegerischen Auseinandersetzungen um Tigray drohen das Land und längerfristig die gesamte Region ins Chaos zu stürzen“, warnte Monsignore Huber.

Große Sorgen bereitet dem missio-Präsidenten zudem, dass vermehrt Ordensfrauen und -männer aus Tigray festgenommen werden und es zu Plünderungen oder Beschlagnahmung von Hilfslieferungen kommt.

missio München pflegt enge Verbindungen zu kirchlichen Partnern und Hilfseinrichtungen in vielen Regionen Äthiopiens. Ein Partner aus Tigray ist der Bischof der Diözese von Adigrat, Tesfaselassie Medhin. Er berichtete Ende November im Fernsehen von schweren Menschenrechtsverletzungen und Plünderungen in der Region im Norden Äthiopiens. Er forderte die sofortige friedliche Lösung des Konflikts und eine Untersuchung der Vorfälle durch ein unabhängiges internationales Gremium. Schilderungen von Flüchtlingen aus Tigray zeugen ebenfalls von schweren Gräueltaten der Regierungstruppen und ausländischer Soldaten. Gleichzeitig gibt es Berichte über Massaker an der Zivilbevölkerung durch Kämpfer, die der „Tigray People's Liberation Front“ (TPLF) nahestehen. „Human Rights Watch“ zufolge sollen unter anderem in der nördlichen Amhara-Region schwere Kriegsverbrechen begangen worden sein.

Die Auseinandersetzungen zwischen der Regierung in Addis Abeba und der lange in Äthiopien einflussreichen Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) waren im November 2020 militärisch eskaliert.

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