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Glauben leben

Chance auf Neubeginn für Gefangene

In Madagaskar sitzen über 70 Prozent der Gefängnisinsassen ohne rechtskräftiges Urteil in Untersuchungshaft – oft wegen geringfügiger Delikte. Auch Kinder und Mütter mit Kleinkindern sind unter den Häftlingen. Bildungs- und Ausbildungprogramme fehlen weitgehend. Die Kirche leistet hier seelsorgliche, psychologische und praktische Hilfe.
Jörg Böthling/missio München

Die Situation vor Ort

Inhaftierte in madagassischen Gefängnissen warten oft Monate, manchmal sogar Jahre auf ihr Urteil. Die Haftanstalten sind massiv überbelegt – im Durchschnitt um über 300 Prozent. Die Häftlinge leben auf engstem Raum ohne Matratzen, sanitäre Anlagen oder medizinische Versorgung. Krankheiten, Mangelernährung und Misshandlungen sind weit verbreitet. Besonders hart trifft es Kinder und Mütter mit Kleinkindern. Der Strafvollzug dient kaum der Resozialisierung. Bildungs- und Ausbildungprogramme gibt es selten. Inmitten dieser Zustände leistet die Kirche Hilfe – oft als einzige Quelle von Hoffnung und Menschlichkeit.

Was unsere Projektpartner tun

Ein Team der kirchlichen Initiative „Aumonerie Catholique des Prisons“ kümmert sich im städtischen Gefängnis von Toamasina unter Leitung von Schwester Rosette Morandro und Pater Louis Marc um die zirka 1.300 Häftlinge. Das Gefängnis ist lediglich für 350 Insassen ausgelegt. Es herrschen katastrophale hygienische Verhältnisse, Hunger steht auf der Tagesordnung.

Das kirchliche Team steht den Gefangenen mit seelsorgerischem Beistand und menschlicher Zuwendung zur Seite. Medikamente werden verteilt, und Erkrankte können, soweit die Mittel reichen, direkt im Gefängnis behandelt werden. Gleichzeitig ermöglicht das Team den Inhaftierten eine handwerkliche und schulische Ausbildung, um ihnen Perspektiven für die Zeit nach der Haft zu eröffnen.

„Wenn es eine Hölle auf Erden gibt, dann ist es das Gefängnis. Die Bedingungen für die Inhaftierten sind beinahe unmenschlich.“
Pater Thomas Joseph, Ökonom der Erzdiözese Toamasina und Projektverantwortlicher
missio-Projektpartner Pater Thomas Joseph, Ökonom der Erzdiözese Toamasina in Madagaskar

Wie Sie helfen können

Zur Stärkung der beruflichen Ausbildungsprogramme im Gefängnis werden 31.902 Euro benötigt. Gefördert werden sollen die Holzwerkstatt und die Ausbildungen in Metallbearbeitung und Elektrotechnik für männliche Häftlinge sowie die Schneiderei-Ausbildung für weibliche Häftlinge. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, die Ernährungssituation und die medizinische Versorgung aller Inhaftierten nachhaltig zu verbessern.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Renovierung und Ausstattung der Tischlereiwerkstatt
  • Ausstattung der Metallverarbeitungs- und Elektrotechnikwerkstätten
  • Ausstattung des Handwerksateliers für Frauen und Mädchen
  • Nahrungsmittel und Medikamente
  • Honorare für zehn Ausbilder

Die katholische Kirche ist in fast allen Gefängnissen Madagaskars präsent und leistet durch ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger einen entscheidenden Beitrag zur Menschlichkeit im Strafvollzug. Die spirituelle Begleitung schenkt den Häftlingen Mut, Trost und neue Hoffnung. Mit der Ausbildungsförderung schafft das Team der „Aumonerie Catholique des Prisons“ zugleich wesentliche Voraussetzungen, um die Chancen der Gefangenen auf eine gelingende gesellschaftliche Wiedereingliederung zu stärken.

Für Ihre Spende, mit der Sie die mutige und so notwendige Hilfe der Gefängnisseelsorge in Toamasina unterstützen, danken wir Ihnen von Herzen!

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Stichwort: Frauen stärken
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Schwester Rosette und Pater Marc im Gespräch mit  einer jungen Frau.
Schwester Rosette und Pater Marc im Gespräch mit einer jungen Frau.
Fotos: missio München