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Digitaler Tanz und echte Begegnung


30. September 2021
„DanceLAB“ – eine Kooperation zwischen Schauburg, Caritas Nairobi und missio München, Schauspieler Klaus Steinbacher engagiert sich für das Hilfswerk.
© Christian Selbherr/missio München

2001 tanzlab klaus steinbacherGANZ AM ENDE griff Moderatorin Milli Kamau noch einmal zum Mikrofon: „Wir wollen noch unseren Kuchen mit euch teilen“, sagte sie, als zwei Sahnetorten in den Saal gebracht wurden. Die Vize-Direktorin von Caritas Nairobi, Sister Modesther Karuri, schnitt den Kuchen an und grüßte in die Kamera. Ein sympathisches Zeichen der Verbundenheit, obwohl zwischen Nairobi und München doch eine weite Reise liegt – oder ein Austausch per Computer auf der Internetplattform „Zoom“.

Ein ganzes Wochenende lang hatten sich Jugendliche aus München und Nairobi zu dieser digitalen Premiere getroffen.

Impuls von Schauspieler Klaus Steinbacher

Das „DanceLAB“ stand unter dem Motto Freiheit, und dieses Tanz-Projekt ist eine Kooperation zwischen missio München, dem Theater der Münchner Schauburg und Caritas Nairobi.

Den Impuls dafür hatte Schauspieler Klaus Steinbacher gegeben. Als Schüler war er Praktikant bei missio München, jetzt wollte sich der 27-Jährige (bekannt aus TV-Serien wie „Das Boot“ und „Oktoberfest 1900“) erneut für das Haus engagieren.

2001 tanzlab gemeinsamBewegungsspiele und Tanzeinheiten

Zusammen mit Choreographin Laura Saumweber entwickelte Steinbacher ein spannendes Programm aus Bewegungsspielen und Tanzeinheiten. Auf Münchner Seite machten acht Mädchen zwischen zwölf und 16 Jahren mit, die am mehrwöchigen Programm „TanzLAB“ der Schauburg teilnehmen.

In Nairobi waren elf Mädchen und Jungen dabei, die aus sozialen Einrichtungen der Caritas in Nairobi kommen, zum Beispiel zwei Heimen für ehemalige Straßenkinder. Beide Seiten ließen sich schnell begeistern. Klaus Steinbacher: „Bei dem, was wir gemeinsam erprobten, kam ein Stück aus München und ein Stück aus Nairobi – ich finde es toll, dass wir dann praktisch zu einer gemeinsamen Gruppe geworden sind.“

„Das ist super, wir wollen auch mitmachen“

Nicht nur die Teilnehmer vor Ort waren dabei, denn Nairobi hatte ein eigenes Filmteam engagiert, das die Veranstaltung live bei Facebook übertrug.

An beiden Tagen wurden die Videos jeweils über hundert Mal aufgerufen. Tanzlehrer Jermaine Nickson: „Einige Freunde von mir haben mich sofort angerufen und gesagt: Das ist super, wir wollen auch mitmachen.“ Am zweiten Tag übernahm der Gründer der „Kenya Dance Academy“ die Anleitung von Nairobi aus und brachte den beiden Gruppen ostafrikanische Rhythmen näher. Nachdem Klaus Steinbacher ganz zu Anfang einen bayerischen Schuhplattler gezeigt hatte, durften auch traditionelle Massai-Tänze nicht fehlen.

2001 tanzlab millicentAnruf aus Nairobi

„Es war besonders schön, dass die Corona-Pandemie während unseres Workshops kein einziges Mal Thema war“, sagt Xenia Bühler vom Theater der „Schauburg“. Sie hatte die künstlerische Gesamtleitung inne. „Ich hoffe sehr, dass wir einen Weg finden, den Faden wieder aufzunehmen und in Kontakt zu bleiben. Ich glaube, das war für alle eine richtig tolle, spektakuläre Erfahrung, und wir müssen das weitermachen.“

Gleich nach Ende der Veranstaltung gingen aus Nairobi übers Handy die ersten Einladungen zu einem „echten“ Austausch ein. Schwester. Modesther Karuri sagt: „Es war eine außergewöhnliche Veranstaltung, die einen riesigen Eindruck bei uns allen hinterlassen hat, besonders weil wir damit unsere Einheit in Vielfalt zum Ausdruck gebracht haben.“ Nur eines gilt weiterhin: Kuchen schmeckt digital deutlich weniger gut als in Wirklichkeit. 

Text: Christian Selbherr

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