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Kinder sitzen in Decken gehüllt auf der Straße - sie sind mit ihrer Familie aus einem Vorort von Beirut vor Bomben geflohen.
Kinder sitzen in Decken gehüllt auf der Straße - sie sind mit ihrer Familie aus einem Vorort von Beirut vor Bomben geflohen.

Krieg im Libanon: Schnelle Hilfe für Menschen auf der Flucht

Im Libanon fliehen Hunderttausende Menschen vor Bombardierungen und herannahenden israelischen Bodentruppen. Erneut: Viele Familien waren erst vor knapp einem Jahr in ihre Dörfer im Süden des Landes zurückgekehrt, nachdem Israel und die Hisbollah eine Waffenruhe geschlossen hatten.

Mühselig haben die Menschen mit dem Wiederaufbau begonnen. Jetzt müssen sie wieder um ihr Leben bangen. Sie laufen Gefahr, alles zu verlieren, da die Hisbollah-Miliz in den Krieg zwischen Israel und Iran eingetreten ist.

Hunderte Menschen getötet

Neben dem Südlibanon und der Bekaa-Ebene im Osten sind auch die Vororte von Beirut ein Angriffsziel. Die Menschen suchen in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Kirchen Schutz vor Luftangriffen. Mehr als 800 Menschen sind bereits im Bombenhagel ums Leben gekommen, darunter befinden sich auch Kinder.

Unsere kirchlichen Partnerinnen und Partner vor Ort berichten von verzweifelten Menschen und chaotischen Zuständen entlang der Hauptverkehrsrouten. Sie tun alles, um die Flüchtenden mit dem Nötigsten zu versorgen und ihnen beizustehen. 

Nothilfe leisten: Decken, Brennstoffe, Lebensmittel

Allein in den Gemeinden auf dem Gebiet des maronitischen Erzbistums Deir el-Ahmar in der Bekaa-Ebene kamen innerhalb weniger Tage gut 8000 Geflüchtete aus dem Süden an. „Wieder einmal sind unsere Schulen überfüllt“, berichtet Pfarrer Youhanna Naddaf, der die Hilfe vor Ort koordiniert – schon bei der letzten Fluchtwelle strandeten hier Tausende Menschen.

Wenngleich viele Gemeindemitglieder ihre Türen für die vertriebenen Familien öffnen, sind die Ressourcen begrenzt. Deshalb hat uns Bischof Hanna Rahme um Hilfe gebeten. Da die Temperaturen in den Nächten unter den Gefrierpunkt fallen, werden neben Lebensmitteln und Medikamenten auch dringend Decken und Brennstoff benötigt.

Kirche bleibt an der Seite der Menschen

Nicht alle Menschen im Südlibanon wollen fliehen und wieder ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Wie gefährlich das ist, zeigte sich im Dorf al Qlayaa. Dort wurde ein Priester von Soldaten getötet, als er Gemeindemitgliedern zu Hilfe eilte.  

Und dennoch: Viele Priester haben entschieden, an der Seite ihrer Gemeinde zu bleiben. Die Versorgungslage ist allerdings gefährdet, nicht nur wegen zerstörter Infrastruktur. „Wir befürchten, dass die Gemeinden bald belagert werden könnten und den Menschen die Lebensmittel ausgehen. Wir brauchen dringend Mehl und Brot, Medikamente, Windeln und Brennstoff“, schrieb uns Bischof Charbel Abdallah aus Tyros in den ersten Tagen Beginn der Kampfhandlungen. 

Jede Spende zählt

missio München leistet Soforthilfe. Bitte helfen Sie uns dabei, die Menschen - ausharrend und auf der Flucht - schnell und unbürokratisch zu unterstützen.

Fotos: Imago