Schwester Modesther neben der strahlenden Zubeida

Zubeida strahlt über das ganze Gesicht. Ihr Lachen ist so herzlich, dass einem ganz warm ums Herz wird. Doch die junge Mutter ist nicht immer so unbeschwert. Dass sie ihr Lachen überhaupt wiedergefunden hat, ist nicht selbstverständlich. Denn es ist nicht lange her, dass sie nicht wusste, wovon sie ihre Kinder ernähren soll.

Die 34-Jährige stammt aus Äthiopien. Im Norden des Landes, der Region Tigray, herrscht seit fast zwei Jahren ein Bürgerkrieg, den tausende Menschen bereits mit ihrem Leben bezahlt haben. Die humanitäre Lage für die noch in Tigray Verbliebenen ist desaströs. Es gibt kaum ein Durchkommen von Hilfsgütern der internationalen Organisationen, um die Einwohner mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch die Kommunikationswege und Infrastruktur in der Region sind stark beeinträchtigt.

Flucht in eine ungewisse Zukunft

UmLandingpage-Nairobi-Mod.jpg sich und ihre fünf Kinder vor dem Schlimmsten zu bewahren, floh sie kurzerhand nach Nairobi. Traumatisiert, verängstigt vom Krieg und fast mittellos wagt die Familie nun den Neustart in der Fremde. Schwester Modesther Karuri, Vizedirektorin der Caritas Nairobi, unterstützt sie bei diesem schwierigen Unterfangen.

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Die Ordensfrau versorgt die junge Familie mit dem Nötigsten, darunter Nahrung. Denn meist reicht das Geld nur für eine Mahlzeit am Tag. Die Familie erfährt aber auch nachhaltige Unterstützung: Zubeida soll in den kenianischen Arbeitsmarkt integriert werden. Eine Schneiderlehre wird ihr den Weg hierzu ebnen. Durch die Berufsausbildung soll sie schon bald ihr eigenes Einkommen verdienen und das Überleben ihrer Kinder sichern.

87.000 Menschen suchen Schutz in Nairobi

Zubeidas Schicksal ist kein Einzelfall. Viele Menschen in Nairobi haben ähnliches durchgemacht. In Kenias Hauptstadt finden derzeit circa 87.000 Menschen Zuflucht. Viele von Ihnen stammen aus Äthiopien, dem Südsudan, der D.R. Kongo, Somalia oder Burundi.

Sie fliehen meist vor kriegerischen Auseinandersetzungen, Clankonflikten, aber auch vor der Perspektivlosigkeit, die sie bereits als Binnenflüchtlinge in den großen Flüchtlingslagern erleben mussten. Meist stranden sie traumatisiert, mittellos und ohne die nötige Orientierung in Nairobi, verzweifelt auf der Suche nach Unterstützung.

Hier setzt die Hilfe der Caritas Nairobi mit Schwester Modesther an. Gerade auch Menschen, die durch das Raster anderer ortsansässiger Hilfsorganisationen fallen, finden bei ihr Beständigkeit und die Chance auf eine eigenständige Zukunft. 

„Wir haben hier in Kenia viele Geflüchtete. Die meisten fliehen vor bewaffneten Konflikten. Schwester Modesther von Caritas Nairobi

Wir sind die einzige Familie, die sie noch haben. Wir wollen jedem helfen, der uns braucht.

So lassen wir keinen allein.“

 

Schwester Modesther Karuri, Caritas Nairobi

Dies sind vor allem alleinstehende Frauen mit Kindern, deren Männer getötet worden oder in ihrem Heimatland zurückgeblieben sind, um zu kämpfen. Aber auch Familien mit Kindern mit Behinderung und jugendliche Flüchtlinge, die nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung brauchen, stehen im Fokus ihrer Arbeit. Darüber hinaus setzt sich die Caritas Nairobi auch für kenianische Jugendliche ein, die noch auf Arbeitssuche sind.

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missio München unterstützt die Projektarbeit der Caritas Nairobi bereits seit vielen Jahren. Aktuell kommt das von missio München mitfinanzierte Integrationsprojekt 1000 Menschen zu Gute. Dabei sollen aufeinander abgestimmte Maßnahmen die Not von Geflüchteten kurz- wie auch langfristig lindern.

Landingpage Nairobi topDie Lage der Geflüchteten wird durch immer neue Herausforderungen verschärft: Setzte zunächst der Lockdown den Menschen zu, sind es nun anhaltende Dürre und die Folgen des Ukraine-Kriegs wie fehlende Weizenexporte. Die Preise sind derart gestiegen, dass auch Grundnahrungsmittel für viele Menschen nicht mehr erschwinglich sind. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden in Nairobi 1,7 Menschen an Mangelernährung.

Schwester Modesther lässt sich durch die schwierigen Umstände allerdings nicht entmutigen. Ihr Einsatz und ihre positive Lebenshaltung suchen ihresgleichen.

„Es gibt eine Zukunft für jeden von uns“, sagt sie, denn sie hat die Erfahrung gemacht, dass oft nur ein kleiner Anstoß und ein wenig Hilfe von außen nötig sind, damit die Menschen ihre Talente und ihre Kraft selber entfalten können. „Wir haben alle eine Verantwortung dafür, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Fotos: Jörg Böthling/missio München

Unterstützen auch Sie mit Ihrer Spende die Arbeit von Schwester Modesther. Ihre Spende schenkt Hoffnung und Perspektive auf eine unabhängige, selbstbestimmte Zukunft!

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