abgesagt – Podiumsdiskussion: Europa und Afrika - mit Bundesminister Gerd Müller und dem Historiker Achille Mbembe

Von 18. März 2020 18:00 bis 18. März 2020

– Die Veranstaltung wird wegen des Coronavirus verschoben. Der Ersatztermin steht noch nicht fest. –

Geographisch gesehen trennt Europa und Afrika nur das Mittelmeer. Einst bildete es einen zwar umkämpften, aber doch lebendigen Kulturraum. Derzeit macht es Schlagzeilen als Massengrab für Flüchtlinge. Obwohl vielen Europäern Afrika noch immer fremd ist, sind die Verbindungen und Verwerfungen zwischen beiden Kontinenten erheblich. Sie reichen von der erstn Besiedelung Europas durch Afrikaner über die unselige Kolonialzeit, deren Folgen Afrika noch immer prägen, bis hin zu Fragen eines gerechten Handels. Unsere beiden Gäste beschäftigen sich intensiv mit diesen Themen freilich aus verschiedenen Perspektiven. Der aus dem Allgäu stammende CSU-Politiker Gerd Müller, seit 2013 deutscher Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat bereits 42 afrikanische Länder bereist. ER setzt sich massiv für einen EU-Afrika-Pakt ein, der nach seiner Überzeugung ein "Jahrhundert-Vertrag" werden muss. Vier Themen soll er umfassen: einen Pakt gegen Hunger und Armut, eine Ausweitung des europäischen "Green Deal" auf Afrika, Abkommen zur Sicherheit und MIgration sowie einen Neuansatz für faire Handelsbeziehungen.

 

Der Kameruner Professor Achille Mbembe stammt aus Kamerun und gilt als einer der wichtigsten afrikanischen Politikwissenschaftler. ER lehr heute als Professor in Johannesburg und kritisiert "Europas Übergriffe gegen Afrikas Souveränität". Seit seinem Buch "Kritik der schwarzen Vernunft", in dem er die These formuliert, dass sich der globale Kapitalismus aus dem transatlantischen Sklavenhandel entwickelt habe, dessen Strukturen immer noch existierten, ist er auch einem größeren Publikum bekannt. Den afrikanischen Ländern wirft er vor, sie wollten die Abschottung Europas nachahmen, denn nicht mal in Afrika seien Afrikaner willkommen. Globalisierung dürfe nicht auf die Universalisierung des westlichen Systems hinauslaufen, vielmehr müssten sich die Afrikaner auf ihre eigenen Stärken besinnen. Denn die "Zukunft der Welt wird sich zu einem großen Teil auf dem afrikanischen Kontinent entscheiden", man denke nur an Demokratie, Bodenschätze und Umweltschutz. Man kann also gespannt sein auf die Diskussion mit Entwicklungsminister Gerd Müller, auch ein Kritiker der europäisch-afrikanischen Handelspolitik. Der EU wirft er vor, den Kontinent als Absatzmarkt für subventionierte Agrarprodukte zu missbrauchen. Nach dem von ihm initiierten Textilbündnis fordert er nun einen neuen EU-Afrika-Pakt und verspricht sich diesbezüglich viel von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab Juli.

Gemeinsam mit der Katholischen Akademie in Bayern lädt missio München zur moderierten Podiumsdiskussion ein am 18. März 2020 um 18 Uhr, Katholische Akademie in München, Mandlstraße 23.

Anmeldung bei Bettina Klubach: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch: 089-5162611

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer zur Veranstaltung>>

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