Teresa Hohmann in Tansania

Trotz Masterarbeit engagiert sich Teresa Hohmann im Weltmissionsmonat. Die in Göttingen geborene Theologiestudentin lebte im Zuge eines Sozialprojekts schon auf einer Mülldeponie in Jakarta, machte eine Studienreise nach Kenia und absolvierte einen Freiwilligendienst in einem Behindertenzentrum in Tansania. Hier spricht sie über ihre Liebe zu Afrika und warum ihr der interreligiöse Dialog am Herzen liegt.

Was hat dich bewogen, Katholische Theologie zu studieren?

Die Idee, Theologie zu studieren, kam eines Nachts plötzlich über mich – nachdem ich ein Semester Ethnologie in Bayreuth studiert hatte, allerdings keine berufliche Perspektive in diesem Bereich für mich entdecken konnte, „erinnerte“ ich mich daran, dass ich im Religions-Leistungskurs immer Feuer und Flamme war für die intensive Auseinandersetzung mit meinem Glauben. Auf einmal war mein „Wissensdurst“ geweckt, mehr über Theologie zu erfahren und ich konnte mir vorstellen, mich auf Dauer auch beruflich mit der Durchdringung des christlichen Glaubens zu befassen. Auch nun, da ich am Ende meines Studiums bin, kann ich sagen, dass ich die Entscheidung, Theologie zu studieren, nie bereut habe.

Du hast neun Monate Freiwilligendienst bei behinderten Kindern in Tansania geleistet und im Rahmen des Seminars „Grenzüberschreitend Theologie treiben“ eine Studienreise nach Kenia unternommen. Was fasziniert dich an Afrika? 

Da die verschiedenen Facetten meiner Afrika-Begeisterung schwer zu bündeln sind, nenne ich einfach ein paar Stichpunkte:  

  • die Gelassenheit der Menschen      
  • dass die Menschen trotz zum Teil schwierigster Lebensumstände weiter am Leben festhalten und immer weiter machen (Motto: Machen statt Grübeln!)
  • kein Leistungsdruck/Perfektionismus
  • die Freude an der Gemeinschaft
  • wer krank ist, wird selbstverständlich Zuhause besucht
  • bunte Stoffe
  • das Lachen, der (teils niedliche) Humor
  • das Vertrauen auf Gott       
  • das (positive) Interesse/die Neugierde an Menschen aus dem Ausland
  • die Freude am Singen und Tanzen
  • die Gastfreundschaft
  • viele unterschiedliche Traditionen (Trommeltanz)
  • dass alle Generationen unter einem Dach leben (keine Seniorenheime)
  • das Miteinander der Religionen 
  • die Schönheit der Natur und Vielfalt im Tierreich
  • die Dankbarkeit für Bildung
  • der Ideenreichtum und das Lachen der Kinder                  

teresa kleineDu nimmst am interreligiösen Projekt „Religionsscout“ teil. Worum handelt es sich und warum liegt dir der interreligiöse Dialog am Herzen?

Im Rahmen des Projekts Religionsscout haben Studierende, die Fachkenntnisse zum Judentum oder Islam haben, Vorträge ausgearbeitet und diese in verschiedenen Kontexten gehalten. Ich arbeitete einen Vortrag zum Thema der Geschlechtergerechtigkeit im Islam aus. Darüber hinaus absolvierte ich einen Kurs zur Dialogbegleiterin. Ich denke, dass der interreligiöse Dialog wichtiger denn je ist, damit ein friedliches Zusammenleben in Zukunft gelingen kann. Ich habe den Eindruck, dass es in unserer Gesellschaft wenig Bewusstsein gibt für die religiöse Vielfalt in der Welt, so leben zum Beispiel Muslime und Christen größtenteils passiv nebenher. Die Begegnung und der Austausch mit Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeiten kann zwar herausfordernd sein; allerdings erlebe ich den Dialog vor allem als enorm bereichernd.

Was sind deine weiteren Pläne?

Die Begeisterung an der Theologie ist bei mir nach wie vor so groß, dass ich momentan plane, im Fach Dogmatik zu promovieren. Ich spiele aber auch mit dem Gedanken, beruflich im Bereich „Weltkirche“, in der Entwicklungsarbeit oder dem Journalismus Fuß zu fassen.

Was ist deine Motivation, dich beim Monat der Weltmission zu engagieren?

Ich möchte Einblicke in die Arbeit eines kirchlichen Hilfswerkes bekommen, Weltkirche erleben, Französisch sprechen und Neues über Afrika lernen.

teresa tanz

 

Interview: Sandra Tjong
Fotos: privat

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