1ad986c5ba00c5f301b28b0de3646e0b_w1170_h600_cp missio München - Weltflüchtlingstag: missio-Präsident Huber fordert rasche Evakuierung der großen europäischen Camps

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2020 fordert missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber, den dramatischen Umständen in den Flüchtlingslagern in Griechenland endlich ein Ende zu bereiten und die Menschen in Europa aufzunehmen. „Besonders Familien und unbegleitete Minderjährige benötigen dringend Schutz und eine Perspektive. Die Lage ist unerträglich. Es ist eine Schande, dass die europäischen Regierungen auf ihre Aufnahmezahlen schielen statt endlich gemeinschaftlich zu handeln und ihrer humanitären Verpflichtung nachzukommen.“

Hintergrund sind die Beschreibungen einer Projektkoordinatorin und Krankenpflegerin, die im aktuellen missio magazin aus dem größten europäischen Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos berichtet. „Auf einen Wasserhahn kommen 1300 Menschen“, beklagt Tyra Eklund im Gespräch mit der Redaktion des missio magazin. Weit mehr als 1000 unbegleitete Minderjährige seien täglich großen Gefahren ausge­setzt, durch sexuellen Missbrauch, Gewalt oder Drogen. Die Coronakrise habe die Lage weiter zuge­spitzt. Den Geflüchteten im Camp gehe es sehr schlecht.

missio-Präsident Wolfgang Huber appelliert an die Verantwortung der europäischen Staaten für Flücht­linge aus Afrika, dem Nahen Osten und Zentralasien: „Europa ist durch die Folgen einer nicht sozialver­träglichen Globalisierung, durch den Klimawandel und nicht zuletzt durch Waffenexporte der Länder in Konfliktregionen mitverantwortlich für das Leid von Millionen Menschen.“ Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass neun von zehn Flüchtlingen in den Nachbarländern ihres Herkunftsgebiets blieben, diese Staaten also die Hauptlast trügen.

„Durch Bildung und Ausbildung in den Herkunftsländern gute Perspektiven zu schaffen und dadurch Fluchtursachen zu bekämpfen ist die große Aufgabe unserer Zeit“, betont missio-Präsident Huber. Das weltweite Netzwerk der katholischen Kirche spiele dabei eine bedeutende Rolle. missio München setzt sich mit seinen Projektpartnern in Afrika und Asien für Frieden und bessere Lebensbedingungen ein.

Das komplette Interview mit Tyra Eklund lesen Sie hier:

mm 4 2020 nachgefragt bei tyra eklund

 

 Foto: Fritz Stark

 

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