aa56d3e2991fbf2bf1602b668f4815c0_w1170_h600_cp missio München - Große Sorge nach Anschlägen in Burkina Faso

Nach den Anschlägen auf Christen in Burkina Faso wächst die Angst in dem westafrikanischen Land. "Furcht bestimmt jetzt unser Leben. Die Sicherheitslage verschlechtert sich zunehmend", schildert missio-Projektpartner Abbé Jacob Lompo aus der Diözese Fada N‘Gourma im Nordosten des Landes die Situation. In der Pfarrei Dablo in der Diözese Kaya war es am Sonntag (12. Mai) zu einem tödlichen Anschlag auf eine katholische Kirche gekommen, als die dortige Gemeinde die Messe feierte. Sechs Menschen starben, unter ihnen der Priester. Am Montag (13. Mai) wurden bei einem weiteren Angriff auf eine Marienprozession im Norden des Landes vier Gläubige getötet.

Geistliche sind mittlerweile bevorzugte Zielscheibe der Gewalt. Betroffen sind Vertreter christlicher Kirchen, aber auch liberale muslimische Imame. In einem Radiointerview sagte der Bischof von Kaya, Monsignore Théophile Nare: "Wie alle Christen, stehe auch ich unter Schock. Derartige Anschläge auf christliche Gemeinden gab es nie zuvor, und wir wissen nicht, was das zu bedeuten hat. Wir sind sehr beunruhigt." Abbé Jacob Lompo berichtet, dass inzwischen sogar Kindersoldaten eingesetzt werden: "Die Terroristen rekrutieren die Kinder unter Zwang. Es sind Schüler, jugendliche Goldsucher oder Hirtenjungen. Man verspricht ihnen Geld, um damit ihre Familien zu unterstützen." Da die Armut hoch sei und das Bildungsniveau der Kinder niedrig, seien sie leichte Opfer.

Erst Ende März waren im Norden des Landes an der Grenze zu Mali mehr als 60 Menschen bei einem Angriff von Islamisten und Zusammenstößen zwischen den Volksgruppen ums Leben gekommen. In einer protestantischen Kirche töteten Islamisten Ende April fünf Gläubige und den Pfarrer. Vor Ostern überfielen Islamisten Kirchen und plünderten Dörfer. Seit März 2019 ist zudem der Pfarrer der im Norden von Burkina Faso gelegenen Gemeinde Djibo, Joel Yougbaré, verschollen.

missio München fördert über die Strukturen der katholischen Kirche in Burkina Faso den friedlichen Dialog mit dem Islam, einkommensschaffende Maßnahmen für Frauen, sowie Bildungs- und Ausbildungsprojekte.

Foto: RADIO NOTRE Dame/Diözese Kaya

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