Unterricht für irakische Flüchtlingskinder

Zum Stephanustag am 26. Dezember appelliert der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio München, Monsignore Wolfgang Huber, an die Staatengemeinschaft, das Schicksal der vertriebenen Christen im Irak nicht zu vergessen.

„Das Kalifat des Islamischen Staats im Irak wurde vor drei Jahren beendet. Trotzdem bleibt die Lage der Christen besorgniserregend: Sie werden noch immer bedroht, Zehntausende sind heimatlos.“ Beunruhigend sei insbesondere, dass sich der Islamische Staat im Untergrund neu formiert habe und sein Einfluss in dem politisch und wirtschaftlich instabilen Land wieder wachse.

Christen aus ihrer Ur-Heimat vertrieben

Seit Beginn des Irak-Krieges im Jahr 2003 ist es zu einem wahren Exodus von Christen im Irak gekommen. Lebten zuvor noch mehr als eine Million Christen in dem Land, sind es nun geschätzt unter 200.000. Zum jüngsten traurigen Höhepunkt kam es 2014, als IS-Terroristen Mossul und die Ninive-Ebene eroberten, die Ur-Heimat der Christen. 130.000 Menschen mussten vor der brutalen Gewalt der Extremisten fliehen. Bis heute sind Ortschaften und Infrastruktur zerstört, die Vertriebenen sind traumatisiert. Tausende Christen fristen ihr Dasein als Binnenflüchtlinge oder in Camps im Libanon, wenn sie sich nicht in einem anderen Land eine neue Existenz aufbauen konnten.

Huber zu Franziskus' Besuch: "Zeichen der Hoffnung"

Umso mehr begrüßt Huber, dass Papst Franziskus im März kommenden Jahres das Land besuchen will. „Der Besuch des Papstes bringt den Christen im Land Hoffnung und setzt ein wichtiges Zeichen nicht nur für den Dialog mit dem Islam, sondern auch für den Frieden in der Region.“

Projekte von missio für vertriebene Christen 

missio München unterstützt vertriebene Christen in Irak. Mithilfe unseres Projektpartners vor Ort, der Caritas Irak, setzen wir uns dafür ein, den Betroffenen den Weg für einen Neuanfang in der Ninive-Ebene zu ebnen: Die vertriebenen Familien werden psychosozial betreut, damit sie ihre Traumata verarbeiten, es werden Nahrungsmittelhilfen bereitgestellt und die medizinische Grundversorgung gesichert. Kinder und Jugendliche erhalten Schul- und Ausbildungsplätze  und Mütter Einladungen zu Treffs, damit sie wieder Anschluss finden. Wie Sie helfen können: Wir fördern diese Initiative weltkirchlicher Solidarität mit einem Beitrag von 100.000 €. Für Ihre Hilfe dabei, danken wir Ihnen sehr. Denn langfristig möchten alle Familien nur eines: Heimkehren und in Frieden leben.

In weiteren Projekten fördert missio Sprachkurse für jesidische Flüchtlinge im Nordirak und die Bildung und Betreuung irakischer Flüchtlingskinder im Libanon. Im Libanon nimmt sich die chaldäische Diözese Beirut der Nöte der insgesamt 2.500 irakischen Familien in ihren vier Pfarreien an. Neben der Vergabe von Zuschüssen zur Miete, zum Kauf von Lebensmitteln, Medikamenten oder für Arztbesuche unterstützt sie das große Anliegen der Familien, ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Im Untergeschoss des St. Thomas Kultur- und Schulzentrums in Beirut hat die Diözese deshalb eine Schule mit mehreren Klassenzimmern eingerichtet. Zwölf engagierte Lehrkräfte unterrichten dort 220 irakische Flüchtlingskinder im Alter von 4 bis 14 Jahren. Der Schulbesuch ist kostenlos und stellt eine große Entlastung für die Familien dar. missio München unterstützt die Diözese mit einem Beitrag in Höhe von 20.000 Euro, damit sie Gehälter der Lehrkräfte, der Sozialarbeiterin, des Psychologen und einer Verwaltungsangestellten, den Transport der Kinder zur Schule, Ausgaben für Pausenbrote und laufende Betriebskosten begleichen kann. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie den Kindern den Zugang zu Bildung und tragen so dazu bei, dass sie nicht zu einer verlorenen Generation werden! Dafür danken wir Ihnen sehr!

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