7d39c9bd3ec4a577fe9e0bdfa1d9cd63_w700_h458_cp missio München - Simbabwe, quo vadis?

Der Jesuit Konrad Landsberg kam 1973 nach Simbabwe. Damals war das Land noch britische Kolonie und hieß Rhodesien. Ein Mann namens Robert Mugabe führte die Befreiungsbewegung gegen die Kolonialmacht an. Nach der Unabhängigkeit 1980 waren die Hoffnungen groß: Während bisher eine Minderheit von Weißen die mehrheitlich schwarze Bevölkerung in Armut und Ausbeutung gezwungen hatte, schienen nun bessere Tage gekommen. Ein neuer Staat Simbabwe, ein friedliches Zusammenleben von Jung und Alt, von Schwarz und Weiß. Doch mit der Zeit klammerte sich der Präsident immer verzweifelter an die Macht - bis er im November 2017 im Alter von 93 Jahren abgesetzt wurde. Aus dem Freiheitshelden von früher war eine traurige Figur geworden. Lesen Sie hier eine Einschätzung von Pater Landsberg zur aktuellen Lage in Simbabwe aus dem missio magazin 2/2018:

ES IST DER 17. NOVEMBER 2017. Simbabwe jubiliert. Der Diktator Mugabe ist abgesetzt. Man zelebriert Freiheit und Menschenwürde. Man träumt von einer wunderbaren Zukunft. Alle, die auf den Straßen demonstrieren, schwarz oder weiß, jung oder alt, alle sind Freunde: das neue Simbabwe.

Der neue Präsident ist Emmerson Mnangagwa. Er ist kein unbeschriebenes Blatt. Er gehört zu der alten Garde. 1984/5 leitete er die wohl grausamste Aktion der Regierung, die Gukurahundi-Massaker, in denen 20.000 Matabele ermordet wurden, weil Mugabe, der Shona, dem Volk der Matabele, nicht traute.

Aber Mnangagwa ist auch neu. Er hat von seinen Fehlern gelernt. Er ist jetzt bekennender Methodist. Er steht für christliche Werte. Er verspricht ein neues Simbabwe. Er fordert ein Ende der allgegenwärtigen Korruption und die Wiederherstellung der Wirtschaft. Aber die Tage vergehen ohne merkliche Änderungen. Die Hallelujah-Stimmung im Lande weicht einer stillen Hoffnung. Man sieht ein, es wird lange dauern, bis Simbabwe sich von seiner  Misere erholt.

Diese Misere begann ernsthaft sichtbar zu werden in den späten neunziger Jahren. Die Menschen wurden ärmer, die Arbeitslosenzahl stieg rapide. Man zeigte seinen Unwillen mit der Weise, wie das Land regiert wurde. Die Antwort war die Enthüllung der wahren Natur der Regierung. Sie zeigte sich als harte Diktatur. Leute wurden verprügelt, gefoltert, ermordet.

Hoffnung auf politische Lösung

Leute wie der Oppositionspolitiker Morgan Tsvangirai hofften auf eine politische Lösung. Sie formten neue Parteien, um als Gesprächspartner ernst genommen zu werden. Ihre Versuche wurden gründlich frustriert. Parteitreffen wurden bald als Hochverrat verurteilt. "Die Sicherheit des Landes geht vor". Nein – nicht die Sicherheit des Landes, sondern die der regierenden Partei.

All dies führte zu dem großen Exodus der qualifizierten Arbeitskräfte. Für sie gab es zwei Alternativen: Hunger oder auswandern. Die Wirtschaft des Landes war zerstört. Sie erreichte ihren Tiefpunkt im  Jahr 2008. Die Läden waren leer, die Inflation lag bei über einer Million Prozent. Wer immer zu dieser Zeit Geld auf den Banken hatte, verlor es.

Gegenseitige Beschuldigungen

Die Menschen waren ärmer als je zuvor. Nur die Großen der Partei waren reich. Die Bevölkerung hasste sie als skrupellose Räuber. Aber die Reichen waren auch verunsichert. Sie ahnten und fürchteten die Möglichkeit einer radikalen Änderung. Jeder wusste, wie sie an ihr Geld gekommen waren. Sie könnten zu Verlierern werden. Gegenseitige Beschuldigungen führten zur Zerbröckelung der Partei.

2015 wurde die damalige Vizepräsidentin, Mujuru, aus der Partei ausgeschlossen. Sie wurde beschuldigt, an Plänen gearbeitet zu haben, Mugabe abzusetzen. Ihren Nachfolger im Amt, Mnangagwa, ereilte 2017 ein ähnliches Schicksal. Diese beiden Vizepräsidenten waren nicht die einzigen, die die damalige Mannschaft als regierungsunfähig verurteilten.

Mnangagwa verstand es, die Armee auf seine Seite zu bringen. Damit glückte es ihm, den Umsturz durchzuführen. Es ging ihm dabei nicht um einen Coup, sondern darum, die Regierung von kriminellen Elementen zu befreien. Es ging ihm um etwas, das es in der alten Regierung überhaupt nicht gegeben hatte: das Wohl des Landes und der Bevölkerung.

Den kompletten Text von Pater Konrad Landsberg lesen Sie im missio magazin 2/2018 oder hier:

pdfSimbabwe_quo_vadis_missio_magazin_2_2018.pdf

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