missio München Philippinen-Referentin Stephanie Schüller im Gespräch

„Der Rückhalt für Präsident Rodrigo Duterte auf den Philippinen schwindet langsam aber sicher – selbst bei den einfachen Leuten, die seine Politik der Härte unterstützt haben“, betont Stephanie Schüller, Philippinen-Referentin bei missio München. In Zahlen ließe sich der Wandel noch nicht belegen. Doch missio-Projektpartner auf dem südasiatischen Inselstaat berichteten der Philippinen-Expertin in den vergangenen Wochen zunehmend vom Wandel des politischen Klimas im Land.

„Ein entscheidender Wendepunkt war Dutertes Aussage, die Christen glaubten an einen dummen Gott. Damit hat er nicht nur die katholische Kirche beleidigt, die das schon gewohnt ist, sondern die philippinische Bevölkerung an sich. Sie ist nach wie vor tief gläubig.“ Zudem hätten seine jüngsten Aussagen in der nunmehr dritten Rede an die Nation für Befremden gesorgt. „Die Behauptung des Präsidenten, dass sich seine Gegner um Menschenrechte sorgen, er sich aber um das Leben der Menschen, wurde als zynisch gewertet.“ Etwa 27.000 Menschen sind mittlerweile in Dutertes Krieg gegen die Drogen zu Tode gekommen. „Selbst den Anhängern des Präsidenten wird immer klarer, dass der Kampf gegen die Drogen keine Rechtfertigung ist, menschliches Leben einfach auszulöschen.“

missio-Projektpartner vor Ort stellen sich gegen die außergerichtlichen Tötungen, die Drogenabhängige, Kleinkriminelle und teils auch Unschuldige treffen, während die Strippenzieher im Drogengeschäft unbehelligt bleiben. Missio München unterstützt diesen Einsatz. Zuletzt hat das katholische Hilfswerk die Arbeit der Filmemacherin Ditsi Carolino mitfinanziert, die in einer eindringlichen Dokumentation das tägliche Töten auf den Straßen Manilas sichtbar macht. Zu sehen ist der Film auf dem YouTube-Kanal von missio München:

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