Symbolbild Militärputsch Mali; Foto: Jörg Böthling

Mit großer Sorge beobachtet das Internationale Katholische Missionswerk missio München die Entwicklungen in seinem Partnerland Mali. „Es widerspricht unserem Sinn für Demokratie, wenn eine gewählte Regierung gewaltsam durch das Militär abgesetzt wird,“ erklärt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. „Der Machtwechsel in Mali ist aber ein Ausdruck dafür, wie unzufrieden die Bevölkerung mit dem Krisenmanagement ihrer Regierung sowie mit dem Vorgehen ausländischer Staaten in der Region ist.“

Der missio-Präsident hofft auf einen positiven Ausgang der Ereignisse: „Dass der Machtwechsel letztlich unblutig verlaufen ist, ist ein Zeichen, das Hoffnung macht. Nur mit Besonnenheit und Mut zum Dialog hat das Land die Chance auf eine friedliche Zukunft. Die internationale Gemeinschaft muss auf die besonnenen Kräfte setzen. Insbesondere die führenden Religionsvertreter von Christen und Muslimen können hier eine wesentliche Rolle spielen.“

Vertreter der katholischen Kirche haben in den vergangenen Monaten als Vermittler zwischen den Parteien gewirkt und zum Dialog aufgerufen. Auch in der Corona-Krise hat sich das Netzwerk der Religionsgemeinschaften als tragfähig erwiesen, etwa bei der Verteilung von Schutzmasken an Pfarreien und Gemeinden. „Eine stabile Regierung in Mali ist ganz entscheidend für die gesamte Sahel-Region“, sagt missio-Präsident Huber. Seit Monaten wächst dort die Zahl der Flüchtlinge. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR waren im Juli fast 1,5 Millionen Menschen in Mali, Burkina Faso und Niger auf der Flucht. Insbesondere der Norden Malis und die Grenzgebiete mit Niger und Burkina Faso werden erschüttert durch Anschläge von terroristischen und islamistischen Gruppen sowie durch Vergeltungsmaßnahmen von Militär, Polizei und bewaffneten Milizen.

Die Region Westafrika und besonders die Länder Mali, Burkina Faso und Niger stehen im Oktober im Mittelpunkt der missio-Aktionen zum „Monat der Weltmission“. Unter dem Motto „Selig, die Frieden stiften“ wird das Hilfswerk auf die schwierige Lage in der Sahelzone aufmerksam machen und für Frieden und Versöhnung werben.

 

Foto: Jörg Böthling

 

­