329cc6158717eb80b60a4065aac12cb0_w1170_h600_cp missio München - missio-Partner zur Parlamentswahl in Pakistan

Nach der Antrittsrede des neu gewählten pakistanischen Premierministers Imran Khan zeigt die christliche Minderheit vorsichtigen Optimismus. "Im Vorfeld hatte Khans wenig strikte Haltung gegenüber den Taliban und seine Ankündigung, die Scharia flächendeckend einführen zu wollen, für Angst und Schrecken unter den Christen gesorgt. Nun hat er jedoch betont, alle Bürger, also auch die religiösen Minderheiten, als gleichwertig behandeln zu wollen", sagt der pakistanische Dominikanerpater und missio-Projektpartner James Channan.

 Ob Imran Khan, der frühere Cricket-Star und Chef der Partei Tehreek-e-Insaf ("Bewegung für Gerechtigkeit“), den Kurswechsel seiner Antrittsrede weiterverfolgen werde, bleibe abzuwarten. Nur dann sieht Pater Channan eine reelle Chance auf einen positiven Wandel in dem südasiatischen Land. "Alles hängt davon ab, welche Aussagen nun gelten. Christen, Hindus und Sikhs haben unter der letzten Regierung so viel Unrecht erlitten, dass es eigentlich nur besser werden kann." Christliche Siedlungen sind in der Vergangenheit wiederholt überfallen worden, Kirchen angegriffen und Menschen mithilfe des so genannten Blasphemiegesetzes zum Tode verurteilt worden.

Als positiv wertet der Geistliche die Bestrebungen des neuen Premierministers, die angespannten Beziehungen zu Indien und dem Kriegsland Afghanistan zu entschärfen. „Wenn es ihm gelingt, Schritte in Richtung Frieden zu den Nachbarländern zu unternehmen und im eigenen Land den Dialog mit den Minderheiten zu führen, würde das Aufbruch und Fortschritt für Pakistan bedeuten.“

Pater James Channan ist Direktor des Peace Center im pakistanischen Lahore. Als Experte des interreligiösen Dialogs ist er eine wichtige Stimme in der gesellschaftspolitischen Debatte Pakistans. Eine weiterführende Einschätzung gibt der missio München-Partner im Interview mit Vatikan News:

https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2018-08/pakistan-frieden-pater-channon-dialog-imran-khan-wahlen.html

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