5348ad3bf7d4f66c09d5b8e7744eee93_w1170_h600_cp missio München - „Es liegt eine gespenstische Stille über Kaschmir“

Die katholische Kirche in der indischen Unruheregion Kaschmir hofft auf eine baldige Beruhigung der Lage. „Es liegt eine gespenstische Stille über der Region Kaschmir“, schreibt der Bischof von Jammu-Srinagar, Ivan Pereira, an missio München. „Derzeit können wir nur spekulieren, was als Nächstes passieren wird. Es herrschen Ungewissheit und auch Angst in den Köpfen der Menschen, “ erklärt Bischof Pereira.

Kaschmir ist ein Teil seiner über 220.000 Quadratkilometer großen Diözese. „Wir haben nur wenige Informationen aus Kaschmir, da die Kommunikation immer noch unterbrochen ist“. Telefon- und Internetdienste sind im Zuge der staatlichen Maßnahmen vorübergehend abgeschaltet worden. Fast 600 Menschen sollen laut Berichten indischer Medien festgenommen worden sein.

Die Aktionen hätten sich aber nicht gegen die christliche Bevölkerung gerichtet, betont Bischof Pereira. „Es gibt keine Gefahr für die Christen im Staat.“ Die lokale Regierung und die überwiegend muslimische Mehrheitsbevölkerung seien dankbar für die Präsenz der Kirche, die in der Region unter anderem zahlreiche Schulen und Programme zur Förderung der Jugend betreibt. „Aber wir sind indirekt betroffen: Schulen und Universitäten sind geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht mehr. Alle unsere Pläne sind jetzt erst einmal über den Haufen geworfen worden, “ schreibt Bischof Pereira weiter.

Am 5. August 2019 hatte Indiens Premierminister Narendra Modi den bisherigen Autonomiestatus für Kaschmir aufgehoben und der Region damit weitreichende Sonderrechte entzogen. Seit langem streiten die Nachbarländer Indien und Pakistan um die Vorherrschaft in Kaschmir. Immer wieder kommt es zu islamistisch motivierten Anschlägen. Auch den indischen Sicherheitskräften werden häufig Übergriffe wie willkürliche Festnahmen und unverhältnismäßige Gewalt vorgeworfen.

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