ebc621839fb422bd0a4ba533d701734c_w1170_h600_cp missio München - Gebet für Christen im Nahen Osten

Papst Franziskus lädt für kommenden Samstag (7. Juli) zu einem besonderen Gebet für die Christen im Nahen Osten ein. An diesem Tag wird er im italienischen Bari ein ökumenisches Gebet leiten. Anlässlich des Friedenstreffens kündigte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, ein gemeinsames Projekt der deutschen katholischen Hilfswerke für den Wiederaufbau im Nordirak an. Erzbischof Schick war im vergangenen April mit missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber und weiteren Hilfswerkeleitern in den Irak gereist. 

Die Delegation hatte die dortige Caritas gebeten, ein Wiederaufbauprojekt in den christlichen Siedlungsräumen der Ninive-Ebene zu konzipieren. Dieses Projekt soll vor allem Christen und anderen Minderheiten in den ehemals von der IS-Terrormiliz kontrollierten Gebieten Rückkehr- und Bleibeperspektiven eröffnen.

Geplant ist der Wiederaufbau zerstörter Wohnhäuser und Bildungseinrichtungen. "Darüber hinaus wollen wir die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen und die Heilung von Traumata fördern. Nur durch Versöhnung kann das Zusammenleben von Menschen verschiedenen Glaubens auch langfristig wieder ermöglicht werden", betont Erzbischof Schick.

"Es ist wichtig, die Menschen in der urchristlichen Ninive-Ebene nicht alleine zu lassen", fügt missio-Präsident Huber hinzu. "Deshalb sind wir Leiter der deutschen katholischen Hilfswerke uns einig, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen, um die Situation im Irak schnellstmöglich zu verbessern. So können wir den Betroffenen vor Ort die Chance auf einen Neuanfang ermöglichen und den christlichen Glauben – der seit Jahrtausenden im Nordirak verankert ist – bewahren."

Im Jahr 2014 war der sogenannte Islamische Staat in die Ninive-Ebene im Nordirak, eines der Hauptsiedlungsgebiete irakischer Christen, eingefallen. Die Terrormiliz ermordete Tausende von Zivilisten, mehr als 50 Prozent der Infrastruktur wurde zerstört. Seit der Befreiung der Region sind zwar inzwischen wieder Tausende Familien in die Ninive-Ebene zurückgekehrt, doch sie haben mit vielen Widerständen zu kämpfen. Ein Großteil der Häuser ist zerstört, viele Menschen sind traumatisiert, berufliche Perspektiven haben nur die Wenigsten.

Dem versucht die Caritas Irak mit Unterstützung von missio und anderen katholischen Hilfswerken zu begegnen. Bei dem gemeinsamen Wiederaufbau- und Rehabilitationsprojekt werden 180 Häuser, vier Schulen sowie ein Kindergarten renoviert. Mehrere Hundert Menschen erhalten psychosoziale Unterstützung, um ihre Traumata zu überwinden. Hinzu kommen einkommensschaffende und berufsfördernde Maßnahmen für rund 400 Menschen. Das Projekt hat einen Gesamtumfang von 1,7 Millionen Euro und umfasst einen Zeitraum von einem Jahr. An der Finanzierung sind neben missio die katholischen Hilfswerke Caritas international, Misereor, das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" sowie die Erzbistümer Bamberg und Köln beteiligt.

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