6f0a65be89c5401b689a5da38610cf20_w1170_h600_cp missio München - Frieden leben – die große Abschluss-Ausstellung

„Was trage ich bei? Für eine friedliche Welt?“ Die Mitmachaktion und Wanderausstellung hat ihre letzte Station erreicht: die evangelische St. Egidien Kirche in Nürnberg. Dort gibt es eine besondere Sammlung an Papiertüten zu sehen, die Menschen gestaltet haben mit Blick darauf, wie sie Frieden leben. Zudem gibt es für Schülerinnen und Schüler eine Theateraufführung.

„Eine Idee zu teilen – das kann doch gar nicht so schwer sein?“ fragt der Papierkünstler Johannes Volkmann bei der Finissage der Aktion „Frieden Leben“ in der evangelischen St. Egidien Kirche in Nürnberg und zeigt ein unbeschriebenes Blatt Papier. „Es gibt Höhen und Tiefen“ – und faltet das Blatt mehrmals, bevor er die Schere ansetzt. Aus einem unbeschriebenen Blatt Papier heraus, visualisiert der Gründer des Nürnberger Papiertheaters so die Frage nach dem Frieden.

Mitschnitt von Radio Horeb zum Abschluss der Kunstaktion

"München am Mittag" im Gespräch mit Johannes Volkmann und Tabea Janson:

„Jetzt zeig mir mal, wie Frieden geht“

Inspiriert von den gestalteten Tüten der Aktion „Frieden Leben“ initiierte Johannes Volkmann mit dem Schauspieler Arnd Schimkat ein Theaterstück, das am 01. Juli hier seine Uraufführung feierte. Beeindruckend einfach erklärten die beiden Künstler, wie schnell durch eine „Provokation“ und durch eine „Lüge“ Krieg entsteht. Als die Situation auf der Bühne schon so weit eskaliert ist, fragt Arnd Schimkat den Künstler: „Jetzt zeig mir mal, wie Frieden geht“. Die Antwort: „Vielleicht durch Mut, Kreativität und Musik“.

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Mitmachaktion Frieden.leben

Im Zentrum des bayernweiten Kunstprojekts stand eine vier Meter hohe Tüte versehen mit der Frage: „Was trage ich bei? Für eine friedliche Welt“. Die Domberg-Akademie. Stiftung Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising, die Abteilung Weltkirche und die katholischen Hilfswerke Misereor in Bayern, Renovabis und missio München entwickelten gemeinsam mit Johannes Volkmann rund um diese Tüte eine Wanderausstellung und Mitmach-Aktion.

Wanderausstellung an elf Orten

15.000 kleine Tüten wurden kostenfrei verteilt und von den kirchlichen Hilfswerken sogar weltweit verschickt, damit Menschen, egal mit welchem kulturellen oder politischen Hintergrund, sich über den Frieden Gedanken machen oder mit anderen darüber in einen Dialog treten. Die Tüten durften aber auch mit einer „Geschichte des Friedens“ gefüllt werden. An elf Stationen hat die Wanderausstellung ab Mai 2021 Halt gemacht, sowohl in Kirchen, einer Moschee oder im öffentlichen Raum. An allen Orten waren Menschen eingeladen die kleinen Tüten mitzunehmen, um ihre Gedanken darauf zu malen oder zu schreiben.

Archiv aus gestalteten Tüten

Rund 2200 gestaltete Tüten fanden den Weg zurück zur Domberg-Akademie in Freising, von wo aus sie an den Künstler Johannes Volkmann weitergeschickt wurden. Dieser baute ein „Archiv der friedlichen Handlungen“, eine kleiderstangenähnliche Konstruktion aus Holz, auf der die Tüten sorgfältig aufgehängt und nach Ort beschriftet, jetzt angeschaut werden können. Zu sehen sind auch Tüten aus Bosnien, Serbien, den USA oder dem Libanon.

Schul-Workshops von missio München

2022 07 01 Finissage Schellermissio München hat zahlreiche Workshops an Schulen angeboten, bei denen die Kinder und Jugendlichen Tüten bemalt, beklebt und beschrieben wurden. „In jeder Klasse war der Workshop anders, in jeder Klasse hat das Thema Frieden eine andere Bedeutung, einen anderen Schwerpunkt erhalten“, erzählt Bildungsreferentin Tanja Scheller (Foto). „Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell der große, abstrakte Friedensbegriff unter den Schülerinnen und Schülern zu einem Thema des täglichen Lebens wurde: ,Wie gehe ich mit meiner Schulkameradin um? Wie löse ich einen Streit mit meinen Geschwistern? Wie kann ich selbst einen Beitrag für den friedlichen Umgang mit der Natur leisten?‘“

Debatte um politischen Frieden

Zur Debatte im Klassenraum stand aber auch der politische Friede. „So gab es immer wieder Schülerinnen und Schüler, deren Heimat Afghanistan, Mali oder in der Ukraine ist. Sie setzten sich trotz ihrer absoluten Ohnmacht angesichts der Kriege in ihren Ländern mit Frieden kritisch auseinander.“

Die Ausstellung ist noch bis 13. Juli in der St. Egidien Kirche in Nürnberg zu sehen. Der Eintritt ist frei. Für Schulklassen in und um Nürnberg besteht die Möglichkeit, die Theaterperformance und Ausstellung am Mi, 13. Juli zu besuchen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist über die Homepage www.frieden-leben.de/abschlussveranstaltung möglich.

Text: Patrizia Wackers und Tabea Janson

Fotos: Frieden Leben 2021-2022

2022 07 01 Finissage Projektgruppe Rahmen 1Abschluss der Kunstaktion Frieden Leben. Von links: Dr. Markus Ingenlath (Renovabis), Ansgar Pieroth (missio München), Tabea Janson (Domberg-Akademie. Stiftung Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising), Arnd Schimkat (Schauspieler), Johannes Volkmann (Das Papiertheater Nürnberg), Dr. Claudia Pfrang (Domberg-Akademie. Stiftung Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising), Tanja Scheller (missio München), Margot Rodriguez (Misereor in Bayern), Dr. Patrizia Wackers (Abteilung Weltkirche der Erzdiözese München und Freising), Dr. Christian Mazenik (missio München),

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