Pontifikalamt Weltmissionssonntag 2018

Mit einem Pontifikalamt im Regensburger Dom und einem feierlichen Empfang im Kolpinghaus haben missio München und die Diözese Regensburg am 28. Oktober den Weltmissionssonntag 2018 mit Gästen aus Äthiopien, unter ihnen Berhaneyesus Kardinal Souraphiel, begangen. In seiner Festrede betonte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (CSU): „Die katholische Kirche ist die größte Bewegung für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. Es ist großartig, was die Kirchen in den Krisengebieten dieser Welt leisten.“

Der Minister lobte die Arbeit der katholischen Kirche in Ländern wie Äthiopien und dem Südsudan: „Wir als Staat könnten gar nicht bewegen, was die Kirchen dort bewegen – auch mit ihrem Herzen. Millionen Menschen überleben nur durch die Hilfe der Kirchen.“ Der Minister rief dazu auf, die Globalisierung gerechter zu gestalten: „Die Menschen in den Entwicklungsländern leiden unter den Konsequenzen unserer Wirtschaft, unseres Konsums. Deshalb sind wir aufgerufen, Veränderungen einzuleiten. Wir müssen umsteuern auf ein nachhaltiges Wirtschafts- und Konsummuster.“ Minister Müller forderte gerechtere Handelsbedingungen und sprach sich dafür aus, die Ausbeutung von Mensch und Natur zu stoppen. „Hunger ist Mord. Weil unser Planet das Potenzial hat, alle Menschen satt zu machen. Wir haben das Wissen und die Technik, dass alle Menschen satt werden könnten. Es ist unterlassene Hilfeleistung, weil wir zuschauen und Menschen in der Not nicht helfen.“ Minister Müller kündigte für das am kommenden Dienstag geplante Treffen mit Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed den Beginn einer Reformpartnerschaft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Äthiopien an.

Fortschritte für die Menschen in den Ländern des Südens könnten nur in einer gemeinsamen Anstrengung erzielt werden, die die Menschen vor Ort auch wirklich erreicht, betonte missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. Dass Entwicklungsminister Müller dabei auf das globale Netzwerk der katholischen Kirche setze, das auch dort Lebensperspektiven ermögliche, wo staatlichen Strukturen nicht oder nicht ausreichend funktionierten, sei ein wesentlicher Schritt nach vorne. „Der Weltmissionssonntag wird auf der ganzen Welt gefeiert – ob im Busch von Afrika, in Papua-Neuguinea oder auf den Inseln der Philippinen. Die Weltmissionskampagne ist eine Möglichkeit, dass Menschen zusammengebracht werden und im Glauben verbunden sind. Wir können entscheidend dazu beitragen, dass vor Ort die Lebensgrundlagen verbessert werden“, sagte der missio-Präsident.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der Äthiopien im Juni besucht hatte, betonte: „Als kleine Kirche mit nur 0,8 Prozent Bevölkerungsanteil leistet die katholische Kirche in Äthiopien einen gewaltigen Dienst. Jeder Euro und jeder Cent ist eine Investition in die Menschlichkeit.“

Berhaneyesus Kardinal Souraphiel, der von der Jugendsynode in Rom nach Regensburg gekommen war, hob hervor, dass sein Land eine echte Perspektive für die jungen Menschen brauche, um sie in ihrer Heimat halten zu können: „Die größte Herausforderung für die katholische Kirche in Äthiopien ist die Armut. Vor allem die jungen Leute wollen der Armut entkommen. Wir müssen Möglichkeiten schaffen, dass sie nicht in die arabischen Länder oder nach Europa auswandern müssen. Wir müssen unser Land von innen heraus verändern. Das Mittel dazu ist Bildung.“

Äthiopien habe in den vergangenen zehn Jahren einen enormen Wirtschaftsboom verzeichnet und jüngst einen politischen Umbruch, der Hoffnung und Aufbruchsstimmung in das ostafrikanische Land gebracht habe. Herausforderung sei nun, die ethnischen Spannungen zu mindern und das Land in eine friedliche Zukunft zu führen.

Knapp vier Wochen lang hatte missio München im Oktober kirchliche Partner aus Äthiopien zu Gast. Die Gäste informierten in rund 150 Veranstaltungen in den bayerischen Diözesen und im Bistum Speyer über die Situation in ihrer Heimat und feiern mit den Gläubigen Gottesdienste. Der Sonntag der Weltmission und die missio-Aktionen standen in diesem Jahr unter dem Leitwort: „Gott ist uns Zuflucht und Stärke“ (Psalm 46).

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