7693b600d7c2c90206d31e01b4821e81_w768_h600_cp missio München - Erzbischof befürchtet neue Gewalt in Burundi

Umstrittenes Referendum: Am 17. Mai 2018 soll das ostafrikanische Land über eine Amtsverlängerung des Präsidenten abstimmen. "In Burundi könnte jederzeit wieder ein gewalttätiger Konflikt ausbrechen", sagt der Erzbischof von Gitega, Simon Ntamwana, dem von missio München herausgegebenen missio magazin. Eine Verfassungsänderung soll es Präsident Pierre Nkurunziza ermöglichen, bis 2034 an der Macht zu bleiben. Am 17. Mai soll ein Referendum darüber entscheiden.

 

Der Erzbischof befürchtet, dass die umstrittene Abstimmung alte Spannungen wieder neu provozieren könnte: "Die Wunden des letzten Bürgerkrieges zwischen Hutu und Tutsi sind noch nicht vollständig verheilt. Solange wir diese Verletzungen nicht vollständig aufgearbeitet haben, müssen wir besonders behutsam Politik machen."

Stattdessen verbreite die Regierung Angst, schaffe neue Feindbilder und bewege sich in Richtung Diktatur. "Es gibt Bestrebungen, nur eine Partei in Burundi zu etablieren. Wer öffentlich Kritik äußert, lebt gefährlich", betont Erzbischof Ntamwana. Tausende Menschen seien bereits in ihre Nachbarländer geflohen aus Angst vor politischer Verfolgung.

In Burundi kam es seit der Unabhängigkeit 1962 immer wieder zu blutigen Konflikten zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit. Auch Erzbischof Simon Ntamwana, selbst ein Hutu, verlor viele Angehörige – darunter seinen Vater sowie einen jüngeren Bruder. Mit dem Amtsantritt von Pierre Nkurunziza im Jahr 2005 kehrte erstmals wieder Ruhe im Land ein.

2015 ließ Präsident Nkurunziza sich dann zum dritten Mal wiederwählen, obwohl die aktuelle Verfassung nur zwei Amtsperioden vorsieht. Proteste wurden brutal niedergeschlagen, Regimekritiker verhaftet. Die katholische Kirche bemüht sich in Burundi um Frieden und Versöhnung, setzt sich für Menschenrechte ein und kämpft gegen Armut.

missio München unterstützt das Engagement von Erzbischof Simon Ntamwana. Es fördert die Ausbildung von Priestern und ermöglicht Mikrokredit-Projekte in Burundi.

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