Schwester Susanne Schneider von missio München, Beate Angele (Kompetenzzentrum Eine Welt), Schwester Meskel Kelta aus Äthiopien, Sabine Slawik, stellvertetende Vositzendes des KDFB Bayern (von links) beim Studientag "Kein Hunger nirgends". Foto: missio München

Zum Welternährungstag (16. Oktober) ruft missio München zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen Armut, Mangelernährung und Hunger in der Welt auf. "Zwar hat es im Kampf gegen Armut und Hunger in den vergangenen Jahren einige Erfolge gegeben. Doch wir sind gerade dabei, diese Errungenschaften wieder aufs Spiel zu setzen. In jüngster Zeit steigt die Zahl der Hungernden weltweit wieder an – von 804 Millionen im Jahr 2016 auf 821 Millionen im Jahr 2017", mahnt  missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.

 In Kooperation mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) veranstaltete missio München  einen Studientag zum Thema "Kein Hunger nirgends". Die stellvertretende Vorsitzende im KDFB-Landesverband Bayern, Sabine Slawik, betonte: "Die positive Nachricht lautet, dass sich letztes Jahr über 37 Millionen Menschen von Hunger befreien konnten. Dennoch sind 100 Millionen Menschen auf akute Nothilfe angewiesen. Sie sind Opfer von menschengemachten Krisen – ob in Syrien, in Zentralafrika oder im Südsudan."

Maria Noichl, SPD-Abgeordnete im Europa-Parlament, erinnerte an die Verantwortung Europas und forderte eine Entwicklungspolitik, die mit den übrigen Politikfeldern besser koordiniert werde. "Es genügt nicht, Entwicklungspolitik einfach als 'Trostpflaster' aufzukleben. Entwicklungspolitik allein kann nicht gut machen, was eine verfehlte EU-Handels-, Agrar- und Fischereipolitik in Afrika kaputt machen."

Schwester Meskel Kelta aus Äthiopien berichtete über Fortschritte und Herausforderungen in ihrer ostafrikanischen Heimat. Lange Zeit wurde Äthiopien immer wieder von Hungersnöten heimgesucht. "Inzwischen hat die Regierung einige Erfolge im Kampf gegen den Hunger erzielt", sagte Schwester Meskel, die in Taza eine Gesundheitsstation leitet. Doch trotz des Wirtschaftsaufschwungs seien vor allem die Menschen auf dem Land weiterhin von Mangelernährung bedroht. "Armut ist das größte Problem. Dazu kommt das fehlende Wissen, wie man Krankheiten vermeidet, zum Beispiel durch Hygiene." In ihrer Klinik versorgt die Schwester täglich unterernährte Kinder und ihre Mütter, die aus bis zu 150 Kilometer Entfernung in die Klinik kommen.

Foto v. l.: Sr. Susanne Schneider von missio München, Beate Angele (Kompetenzzentrum Eine Welt), Sr. Meskel Kelta aus Äthiopien, Sabine Slawik, stellvertetende Vositzendes des KDFB Bayern. ©missio München

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