9734183100f2832325d97a1990a3631f_w700_h400_cp missio München - Die letzten Christen
Buchlesung – Er lebt zusammen mit zwei weiteren Mitbrüdern in einer Plattenbausiedlung in Leipzig. "Viele Wohnungen stehen leer und in einigen sind jetzt Flüchtlinge eingezogen. Ich interessierte mich für unsere Nachbarn, und so kamen wir ins Gespräch", sagte Bruder Andreas Knapp am Montagabend (6. November) bei der Präsentation seines Buches "Die letzten Christen" im Haus der Weltkirche in München. Sein Werk beschreibt den schleichenden Exodus der Christen des Nahen Ostens.

Besonders die Begegnung mit christlichen Flüchtlingen aus dem Irak und aus Syrien sei für ihn bewegend gewesen. Als Angehörige der christlichen Minderheit im Nahen Osten beschrieben sie ihm, unter welch schwierigen Bedingungen sie in ihrer Heimat lebten – bedrängt durch islamische Fundamentalisten, die ihnen Sondersteuern abforderten und unverhohlen mit Gewalt drohten. Als dann vor etwas mehr als drei Jahren der sogenannte Islamische Staat IS kam und eine Stadt nach anderen eroberte, mussten viele von ihnen fliehen. 

Welche Zukunft haben die Geflüchteten?

Manche gelangten über die Türkei, Ungarn und Österreich bis nach Deutschland. Andere schafften es nur bis in das benachbarte Kurdengebiet. Viele tausend Flüchtlinge kampierten etwa in den Städten Erbil und Dohuk zunächst in Zelten und in Kirchenräumen, bevor sie notdürftige Unterkünfte erhielten. Nachdem der Islamische Staat fast besiegt schient, stellt sich jetzt die Frage, welche Zukunft diese geflohenen Menschen haben werden

 vergrößernBruder Andreas Knapp mit missio-Referentin Schwester Susanne Schneider, die die Veranstaltung organisiert hat. missio

Andreas Knapp ließ sich von seinen Leipziger Nachbarn mitnehmen in den Nordirak. Sie zeigten ihm das Leben der Christen vor Ort, die dort seit vielen hundert Jahren im biblischen Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris leben. Aus diesen Begegnungen hat er ein Buch gemacht, das er jetzt bei missio vorstellte. "Die letzten Christen" beschreibt den schleichenden Exodus der Christen des Nahen Ostens.

Kaum jemand wagt sich in seine Heimat zurück

Nicht nur durch den "Islamischen Staat", sondern auch allgemein durch eine zunehmende Radikalisierung sei es für Christen und Minderheiten immer schwerer in Ländern wie Irak und Syrien zu überleben. Viele bemühen sich weiterhin um Auswanderung und wer bereits nach Europa oder in die USA geflohen ist, der wage sich nur selten dauerhaft in seine Heimat zurück – zu unsicher, zu unvorhersehbar ist die Lage

 Die Veranstaltung war Teil des missio-Programms zur Erwachsenenbildung. Weitere Veranstaltungen finden Sie hier>>

Christian Selbherr

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