af0f2b5589ddd3f87d1d3c4860fed57e_w1170_h600_cp missio München - Corona in Afrika

Angesichts der Corona-Pandemie verweist Missionsarzt und Pfarrer Dr. Thomas Brei im Gespräch mit der Redaktion des "missio magazins" auf die großen Herausforderungen in der Gesund­heitsversorgung der Menschen in afrikanischen Ländern, die oftmals weit von der nächsten Krankensta­tion leben und kaum über finanzielle Mittel verfügen. "Die Wenigsten nehmen wegen Fieber oder Heiserkeit den Weg zum Doktor auf sich. Kein Durchschnittsmensch in Afrika kann sich einen COVID-19-Test leisten. Sobald es einen Impfstoff gibt, wird dieser zuerst in den westlichen Ländern eingesetzt werden", sagt Brei.

Der missio-Projektpartner leitet die St. Clare Klinik in Mwanza, Tansania. Dort werden Menschen mit Hilfe von Spenden von Fachärzten wie Unfallchirurgen oder Zahnärzten versorgt. Dr. Thomas Brei gibt die bereits fatale Lage in der Gesundheitsversorgung in Afrika zu bedenken: "Wir haben gut behandelbare Erkrankungen wie Malaria, denen trotzdem jedes Jahr Millionen von Menschen – vor allem Kinder – zum Opfer fallen. Es fehlt an Geld und Infrastruktur, um zu behandeln. Allein bei Verkehrs- und Arbeitsunfällen sterben in Tansania jedes Jahr Tausende junger Menschen."

Auch Dr. Sabine Gies, Allgemein- und Tropenmedizinerin am Missionsärztlichen Institut in Würzburg, warnt gegenüber dem "missio magazin" im Hinblick auf wiederholte Ebolainfektionen und den Masern­ausbruch 2019 vor einem "überbeanspruchten Gesundheitssystem". "Das Material ist der Knackpunkt. Der Vorrat an Schutzanzügen ist begrenzt", sagt Gies, die in Afrika zum Umgang mit Virusepidemien schult. Die Koordinatorin von Ebolatrainings lobt die raschen Erstmaßnahmen der afrikanischen Regierun­gen: "Afrikanische Länder haben ihre Lehren aus früheren Epidemien gezogen."

missio München steht fest an der Seite seiner Partner. missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber: "Die weltweite Solidargemeinschaft und das starke Netzwerk der Kirche erfahren dieser Tage eine neue Bedeutung. Wir sind mit unseren Partnern durch unsere täglichen Gebete fest verbunden."

Den ganzen Artikel "Corona in Afrika: Wenn die Realität das Virus einholt" finden Sie unter www.missio.com

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