c1192f825db68434f37777a90b4ee7aa_w1170_h600_cp missio München - Blutiger Anschlag auf Kirche auf Philippinen

Nach dem blutigen Anschlag auf eine katholische Kirche in der Provinzhauptstadt Jolo im Süden der Philippinen rufen missio-Partner zum Zusammenhalt zwischen Christen und Muslimen auf. "Wir bitten alle Christen, sich mit allen friedliebenden Muslimen und indigenen Gruppen zusammenzuschließen, um sich gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus einzusetzen", betont der Vorsitzende der philippinischen Bischofskonferenz, Erzbischof Romulo Valles. "Wir beten für die vielen Verletzten und für die Familien der Menschen, die bei den Explosionen getötet wurden. Wir verurteilen diesen terroristischen Akt aufs schärfste."

Am Sonntagvormittag war es in der Mount Carmel Kathedrale in Jolo, der Hauptstadt der Provinz Sulu, zu zwei Explosionen gekommen – die erste während der Messe im Gotteshaus, die zweite auf einem Platz vor der Kathedrale. Dabei wurden 21 Menschen getötet. Mehr als 100 Personen wurden verletzt. Der sogenannte Islamische Staat (IS) bekannte sich laut Medienberichten zu dem Anschlag.

missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber zeigt sich von den Attentaten tief betroffen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Anschlag Hass schürt. Nur gemeinsam können wir einen dauerhaften Frieden erreichen.“ missio München unterstützt auf der Insel Mindanao das interreligiöse Dialogprojekt „Duyog Marawi“, dessen Ziel es ist, Christen und Muslime zu versöhnen und Vorurteile abzubauen. Junge Muslime und junge Christen arbeiten Seite an Seite am Wiederaufbau der Stadt Marawi, die im Jahr 2017 während einer fünfmonatigen Besetzung durch IS-Anhänger komplett zerstört wurde.  Mehr als 1200 Menschen wurden bei den Gefechten zwischen Islamisten und Regierungstruppen getötet.                 

Auf den überwiegend katholischen Philippinen kämpfen muslimische Rebellen im Süden des Landes seit mehr als 40 Jahren für ihre kulturelle und politische Selbstbestimmung. Der Konflikt ist bis heute ungelöst, obwohl seit 1990 die vom philippinischen Parlament beschlossene Autonome Region Bangsamoro existiert, zu der neben der zweitgrößten philippinischen Insel Mindanao auch die Provinz Sulu gehört. Als Kernstück für einen dauerhaften Frieden zwischen Rebellen und Regierung gilt das sogenannte Bangsamoro-Gesetz – die künftige Verfassung der autonomen Region Bangsamoro. Bei einer Volksabstimmung stimmte jetzt die große Mehrheit der Menschen auf Mindanao für den Gesetzentwurf, nur in Sulu gab es dafür keine Mehrheit.

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