811022eaa02e491f20a892a8790a92ed_w700_h400_cp missio München - 50 Jahre ifp: Neugier, Freude, Weltoffenheit
Festabend – Die katholische Journalistenschule feiert Jubiläum. Am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses in München haben namhafte Journalisten und Moderatoren ihr Handwerk gelernt. Zum Auftakt der Feierlichkeiten haben sich am Montagabend (29. Januar) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und Moderator und ifp-Absolvent Thomas Gottschalk auf dem Podium getroffen. Das Thema: "Reden wir über Gott?!"

Gleich zu Beginn schnappt sich die Fernsehlegende das Mikrofon und Thomas Gottschalk tut, was er am besten kann: Eigentlich hätte er Fragen beantworten und mit Kardinal Reinhard Marx diskutieren sollen. Aber erst einmal übernimmt Gottschalk lieber selbst die Moderation und geht auf einen älteren Herrn im Publikum zu. Pater Wolfgang Seibel, heute 89, war der erste Leiter des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses, das 1968 gegründet wurde. Jetzt also feiert das ifp, die katholische Journalistenschule mit Sitz in München, ihr 50-jähriges Bestehen. 

 vergrößern"Kirchenleute sollen dankbar sein für Kritik": Pater Wolfgang Seibel, erster Leiter des Instituts, im Gespräch mit Thomas Gottschalk missio

Als junger Student bekam Thomas Gottschalk ein Stipendium des Instituts. Selbstironisch gibt er zu: "Als Beispiel für eine geglückte Journalistenkarriere sehe ich mich wirklich nicht", und deshalb fragt er den Gründer: "Bin ich der Einzige, der Ihnen daneben gegangen ist?" – "Ich würde nicht sagen: der Einzige", entgegnet sein schlagfertiger Gesprächspartner. Jesuit Wolfgang Seibel betont, dass es dem ifp von Anfang an um eine hochwertige Ausbildung seiner Journalisten ging. Er habe kein Problem damit, dass Absolventen des von der Deutschen Bischofskonferenz getragenen Hauses später kritisch mit der Institution Kirche umgehen. Schließlich sei Meinungsfreiheit ein von der Verfassung geschütztes Grundrecht. "Kirchenleute sollen dankbar sein für Kritik, denn dann können sie beweisen, wie ernst es ihnen mit dem Willen zu Selbstkritik und Reform ist", sagte Seibel.

 vergrößern"Hier bist du richtig": der ifp-Absolvent und heutige Moderator Thomas Gottschalk missio

Thomas Gottschalk betonte, dass ihm die weltoffene Atmosphäre der Journalistenschule immer gefallen habe. "Ich wusste sofort, hier bist du richtig." Dieser Kompass habe ihn sein Leben lang begleitet. 

Von heutigen Journalisten wünscht sich der langjährige "Wetten, dass…?"-Moderator vor allem "eine gewisse Leichtigkeit, eine gewisse Fröhlichkeit – und Freude am Leben." 

 vergrößern"Journalistenschule notwendiger denn je": Kardinal Reinhard Marx und Thomas Gottschalk missio

Sein Gegenüber auf dem Podium, das von Anne Reidt (ZDF) moderiert wurde, war Reinhard Kardinal Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Journalisten brauchen "eine Neugier, wie es wirklich gewesen ist, und die Lust auf Menschen", sagte Marx. Medien müssten dafür sorgen, dass die Menschen in einen Diskurs treten, Meinungen und Postionen austauschen können – "sonst sehe ich die Demokratie in Gefahr. Insofern ist diese Journalistenschule vielleicht notwendiger denn je." 

Eine Reihe von namhaften Journalisten hat die Ausbildung beim ifp absolviert, unter anderem Bettina Schausten (ZDF), Klaus Brinkbäumer (Chefredakteur "Der Spiegel") und Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung).  

Das ifp ist Ausbildungspartner von missio München. So bieten missio und das ifp ab Oktober 2018 einen Volontariatsplatz in der Abteilung Kommunikation von missio München an. Weitere Informationen >>

Christian Selbherr

Zur digitalen Festschrift des ifp >>

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